Eine tickende Zeitbombe

Noch nie gab es so viele alte Menschen wie heute, noch nie so viele, die sich bei guter Gesundheit viel jünger fühlen, als sie sind, und auch so aussehen. Doch wenn uns Jahrzehnte geschenkt werden, müssen wir unseren Körper für diese längere Lebensdauer fit machen. „Der Hausarzt sollte Blutdruck, Blutfette und Blutzucker regelmäßig kontrollieren und bei Bedarf behandeln“, rät Dr. Cornelia Schnittger, Chefärztin der Geriatrie an der Asklepios Klinik Wandsbek. Damit sinkt das Risiko drastisch, an den typischen Spätfolgen zu erkranken, und die Lebensqualität im Alter bleibt erhalten.

„Achten Sie auf Ihre Blutzucker- und Blutfettwerte“ und bleiben Sie in Bewegung, rät Dr. Cornelia Schnittger. Das ist eine gute Altersvorsorge.

„Das Heimtückische am Altersdiabetes ist, dass man sich gesund fühlt“, warnt die Fachärztin für Innere Medizin und Neurologie. Schäden an den Nerven, die in die Beine ziehen, können schon relativ früh auftreten und sich mit Kribbeln und Taubheit bemerkbar machen, ebenso eine schlechtere Wundheilung. Wenn der Blutzucker 10 bis 15 Jahre lang erhöht ist, hinterlässt er Spuren in den Gefäßen und es drohen schwerwiegende Spätfolgen wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen, sogar Amputationen, Nierenversagen oder Erblindung. Diesem Horrorszenario gilt es vorzubeugen.

 Zu beachten ist, dass bei den Vorsorgeuntersuchungen, die von den Krankenkassen angeboten werden, ab dem 35. Lebensjahr auch der Blutzuckerwert gemessen wird. Ist dieser zu hoch, kann man sich in fachärztliche Behandlung begeben, um frühzeitig dagegen anzugehen.

 „Überernährung und zu wenig Bewegung sind die Hauptursachen, weshalb es zu erhöhten Blutzuckerwerten kommt“, erklärt Dr. Schnittger. Bei Diabetes im höheren Lebensalter produziert die Bauchspeicheldrüse zwar ausreichend Insulin, die Fettzellen verhindern jedoch die Aufnahme dieses lebenswichtigen Hormons zum Beispiel in der Muskulatur. Eine Gewichtsabnahme und Bewegung helfen, damit der Stoffwechsel wieder ins Gleichgewicht kommt. Bereits ein Spaziergang von einer halben Stunde pro Tag kann schon den gewünschten Erfolg bringen“, ermutigt Dr. Schnittger. Falls das nicht ausreichen sollte, muss der Diabetes behandelt werden.