Wozu eine Patientenverfügung?

Für viele Bundesbürger ist es schwierig, eine Patientenverfügung zu erstellen, weil sie noch keine Details festlegen können. Oft wissen sie nicht, an welcher Krankheit sie irgendwann einmal leiden werden, welche Einstellung sie dazu im Laufe der Zeit entwickeln und welche Fortschritte die Medizin machen wird. Hilfreich ist in diesen Fällen eine rechtliche Beratung bei der Formulierung, damit der Patientenwille unmissverständlich zu Papier gebracht wird, und dieser im Notfall von den Ärzten umgesetzt und von den Gerichten anerkannt wird.

Dr. Dr. Lars Marquardt rät dringend, in der Patientenverfügung wenigstens eine Person zu nennen, die in medizinischen Notfällen entscheiden darf.

Wer sich noch nicht auf Details festlegen will, sollte dieses wichtige Vorsorgedokument dennoch ausfüllen und darin wenigstens eine vertraute Person benennen, die im Notfall Entscheidungen treffen kann. „Bei einem plötzlichen Krankenhausaufenthalt brauchen wir dringend eine Vollmacht des Patienten, in dem er einen Angehörigen oder eine vertraute Person benennt, der oder die ihn in allen Fragen der Gesundheitssorge vertreten soll, Operationen zustimmen kann und dem wir Auskünfte geben dürfen“, erklärt Privatdozent Dr. Dr. Lars Marquardt, Chefarzt in der Asklepios Klinik Wandsbek (Hamburg). Dieses formlose Schreiben mit ein bis zwei Sätzen ist schnell verfasst und unterschrieben. „Bei lebenserhaltenden Maßnahmen können wir zwar ohne Vollmacht handeln, aber bei allen anderen Behandlungen müssen wir, wenn keine Vollmacht vorliegt, das Vormundschaftsgericht einschalten. Das kann notwendige Operationen und weitere medizinische Behandlungen verzögern“, erklärt der Facharzt für Neurologie und Geriatrie.