Vorsicht vor den Spätfolgen

Das Heimtückische am Altersdiabetes ist, dass man sich gesund fühlt. Daher den Blutzuckerspiegel vom Arzt kontrollieren lassen.

Das Ergebnis »Sie haben Zucker« ist für die Betroffenen erst einmal ein Schock. Warum sollte man trotzdem seinen Blutzucker messen lassen?

Dr. Ann-Kathrin Meyer [Fachärztin für Innere Medizin und Altersheilkunde]: Das Heimtückische am Altersdiabetes ist, dass man sich gesund fühlt. Doch wenn der Blutzucker dann sechs oder acht Jahre lang erhöht ist, hinterlässt er Spuren in den Gefäßen, und es drohen Spätfolgen: Schlaganfall, Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen, sogar Amputationen, Nierenversagen oder Erblindung. Diesem Horrorszenario gilt es vorzubeugen.

Nikola Weidlich [Deutsche Angestellten-Krankenkasse]: Bei den Vorsorgeuntersuchungen der Krankenkassen ab dem 35. Lebensjahr wird auch der Blutzuckerwert gemessen. Dann kann man sich in fachärztliche Behandlung begeben, um frühzeitig gegen diese Folgekrankheiten anzugehen.

Bei mir ist jetzt Diabetes festgestellt worden, und der Arzt hat mir Order gegeben abzunehmen. Ich bin unsicher, was ich noch essen darf, bis ich eine Schulung bekomme. Wie soll ich die nächste Woche überstehen?

Cornelia Hagemann-Rohweder [Diabetikerbund, Hamburg]: In Maßen ist alles erlaubt. Bis Sie einen genauen Ernährungsplan haben, würde ich Zucker weitgehend meiden, da er den Blutzucker schnell erhöht. Essen Sie nicht zu fett und zu umfangreich. Aber bitte, darben Sie nicht mit sich!

Frau Hagemann, kennen Sie eigentlich Ihre Blutzuckerwerte?

Hagemann-Rohweder: Ich bin ja selbst Diabetikerin und weiß immer, wie hoch er ist. Mit einem Diabetes kann man gut leben, wenn man sich informiert, schulen lässt und weiß, wie man sich richtig verhält. Die Frage, die man sich stellen sollte, lautet: Wie gehe ich mein Leben aktiv an? Dann schafft man das schon.

Wie kann man seine Ernährung umstellen?

Dr. Claudia-Viktoria Schwörer [Buchautorin]: Man kann sein Leben nicht von heute auf morgen umstellen. Wenn Typ 2-Diabetiker das könnten, hätten die meisten von ihnen diese Krankheit nicht. Der »dicke Dackel Emil« in uns meint es gut und flüstert uns ins Ohr: »Iss das Stück Torte!«. Unser Jahrtausende altes Bioprogramm sagt: Ernähre dich kalorienreich in Ruhezeiten, damit du für schlechte Zeiten gerüstet bist. Wir leben aber im Paradies, in dem wir zu jeder Zeit alles essen können und nicht mehr gezwungen sind, uns zu bewegen. Dagegen hat unser Körper kein Schutzprogramm. Das können wir nur langsam lernen.

Was ist von Süßigkeiten für Diabetiker zu halten?

Hagemann-Rohweder: Kekse und Schokolade für Diabetiker haben weniger Zucker, oft enthalten sie dafür Süßstoff und mehr Fett. Das ist schlecht für jemanden, der sein Gewicht halten will.

Welche Faktoren beeinflussen einen Diabetes?

Dr. Meyer: Es gibt ein erhöhtes Risiko, wenn in der Familie der Eltern ein Diabetes aufgetreten ist. Außerdem sind Übergewicht und Bewegungsmangel zu nennen. Wir wissen, dass bei Bluthochdruck das Insulin nicht mehr so effektiv wirkt. Starke psychische Belastungen spielen auch eine Rolle. Außerdem gibt es Tabletten, die den Blutzucker nach oben bringen können, z. B. Schilddrüsenhormone oder auch Östrogene in der Antibabypille.diabetes

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