Ehrenamtlicher Besuchsdienst

Das Leben im Alter ist für viele Menschen beschwerlich. Die Gesundheit spielt nicht mehr richtig mit, oftmals leben die Senioren allein, die Angehörigen haben nicht täglich Zeit, für einen Besuch vorbeizuschauen. Um einer drohenden Einsamkeit vorzubeugen, aber auch um Angehörige von Menschen, die Pflege erhalten, zu entlasten, wurde das Projekt „SeniorPartner“ vor zehn Jahren ins Leben gerufen. „Wir suchen Menschen, die mit anderen Menschen ihre freie Zeit teilen“, sagt die Hamburger Projektleiterin Marion Meyer.

Ursel Kannenberg (links) und SeniorPartnerin Sonja Jonasson beim gemütlichen Kaffeeplausch.

Dabei geht es keinesfalls darum, Arbeiten im Haushalt zu erledigen, sondern Zeit mit dem anvertrauten Menschen zu verbringen: „Dazu können Arzt- oder Behördenbesuche gehören, aber auch Spaziergänge, kleine Kaffeerunden, das Spielen von Gesellschaftsspielen, gemeinsames Lesen oder Gespräche führen“, sagt Marion Meyer. Oftmals sind bei den Senioren bereits Pflegedienste aktiv, die ehrenamtlichen Mitstreiter des Diakonie-Projektes kümmern sich dann mit ihrer Zuwendung um die Seele des Menschen.

Zum Einsatz kommen die SeniorPartner aber auch bei Menschen, die zum Beispiel an Demenz erkrankt sind und sich in häuslicher Pflege befinden. „Damit die Angehörigen auch einmal eine Verschnaufpause bekommen, werden die Senioren dann für ein paar Stunden von unseren Mitarbeitern betreut. So kann wieder neue Kraft für die zeitaufwendige und verantwortungsvolle Aufgabe gesammelt werden“, erläutert Marion Meyer.

Viele Angehörige scheuen sich zunächst vor diesem Schritt, sind später aber äußerst dankbar dafür, dass sie durch die SeniorPartner entlastet werden. „Wir haben aber den Eindruck, dass dieser Entschluss, sich bei uns Unterstützung zu holen, oftmals sehr spät erfolgt“, hat die Projektleiterin erkannt.

„Besuchen – Begleiten – Betreuen“ lautet das Credo des Projektes, bei dem die ehrenamtlichen Mitstreiter natürlich entsprechend geschult und weitergebildet werden. Die Partnerschaften, die an sechs Standorten in Hamburg koordiniert werden, sind auch für Menschen mit Migrationshintergrund möglich, da die unterschiedlichsten Sprachkompetenzen bedient werden können. Nähere Informationen sind im Internet unter www.seniorpartner-diakonie.de oder telefonisch unter 040 / 32 84 32 50 erhältlich.