Fahrrad-Rikscha Ausflüge

Ältere Menschen, die in ihrer vertrauten Umgebung wohnen, können zusätzlich in der Tagespflege betreut werden. Die Gäste werden morgens mit dem Bus abgeholt und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen, Gymnastik, Tanzen, Singen, Spiele sowie Gedächtnistraining stehen auf dem Programm. In der Tagespflege im Parkquartier Hohenfelde (Hamburg-Hohenfelde) bietet die Hartwig-Hesse-Stiftung den Senioren einmal in der Woche Ausflüge mit einer Fahrrad-Rikscha an. Die Ausfahrten zum Wochenmarkt oder durch die Natur sorgen für Lebensfreude. „Diese Touren sind eine tolle Möglichkeit, mal wieder Dinge zu sehen, die man sonst nicht mehr sieht. Es gibt ja sonst niemanden, der das mit einem macht“, freut sich die 74-jährige Gerda Holzgrefe und strahlt über das ganze Gesicht.

Ausflug an die Alster: Gerda Hohnstaedter (links) und Gerda Holzgrefe genießen die Tour mit der Fahrrad-Rikscha.

Foto: Hartwig-Hesse-Stiftung

Den Wind in den Haaren spüren, das Zwitschern der Vögel und das Rascheln der Blätter in den Bäumen hören. Die Ausfahrten mit der urigen Fahrrad-Rikscha bieten vitalisierende Sinneserfahrungen, die manche ältere Menschen schon länger nicht mehr gemacht haben. Nach dem Vorreiter Dänemark, wo diese Idee bereits seit 2012 großen Anklang findet, erkennen nun auch deutsche Senioreninstitutionen – unter anderem in Berlin, Essen und Hamburg – die positive Wirkung. Ziel ist es, gerade bewegungseingeschränkten Senioren ein Stück Lebensqualität zurückzugeben. Und der Effekt ist merklich: Erfahrungsberichten zufolge sorgen Ausflüge mit der Senioren-Rikscha für Ausgeglichenheit und Zufriedenheit.

 Nach einem Ausflug an die Alster schwärmt Gerda Hohnstaedter noch tagelang von diesem Erlebnis. „Am schönsten ist, dass ich in Begleitung bin und mich während der Fahrt unterhalten kann“, freut sich die 93-Jährige. Die Rikscha wurde für den Einsatz im Seniorenbereich umgebaut und mit einer Einstiegshilfe versehen. Der Fahrer wird von einem Elektromotor unterstützt. „Der sichtliche Spaß und die Dankbarkeit unserer Gäste sind für mich der schönste Lohn“, erzählt Rikscha-Fahrer und Tagespflegemitarbeiter Jörg Larisch (54) begeistert.