Wohnen im Alter

Eine sehr emotionale Zeit

Der Backofen ist vorgeheizt, weihnachtliche Musik erfüllt den Raum. Den Bewohnern des Hauses Fahrenkroen 125 in Hamburg-Bramfeld ist die Vorfreude auf das vorweihnachtliche Backen anzusehen. Ergotherapeutin Johanna Frost hat gemeinsam mit den Kollegen alles vorbereitet. In den hellen, modernen Räumen der Ende 2016 eröffneten Wohnanlage kommt bereits festliche Stimmung auf.

Gekochte Erinnerungen

„Die Bedürfnisse der Bewohner stehen in unserer Küche an erster Stelle“, erzählt Michael Graf. Der 54-Jährige ist stellvertretender Leiter der Gastronomie im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel). Unterstützt wird er derzeit von Martin Lemke (25), einem Studenten der Ernährungswissenschaften, der ein Praktikum in Grafs Küche absolviert.

Richtfest im Quartier Grevenau

Im Februar begannen die Arbeiten, der Grundstein wurde im Mai gelegt. Ende September konnte bereits Richtfest für das neue Quartier Grevenau gefeiert werden. Gut 600 Meter vom Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel) entfernt, entstehen derzeit 28 seniorengerechte 2- und 3-Zimmer-Wohnungen in Größen von 65 bis 127 Quadratmetern. Ihre Ausstattung ist gehoben, sie sind barrierefrei und haben Küche und Duschbad, Terrasse oder Balkon. Ferner gibt es Aufladestationen für E-Bikes und Elektrorollstühle sowie einen Anschluss an den Hausnotruf Heilig Geist. Den künftigen Bewohnern steht zudem die gesamte Infrastruktur des Hospitals zur Verfügung.

Herz und Motor der Residenz

Bei ihr laufen die Fäden zusammen: Heike Vogler ist in der Seniorenresidenz Neugraben (Hamburg-Neugraben), einem Haus der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft (vhw), für den Bereich „Servicewohnen“ zuständig. Ein anspruchsvoller, aber auch abwechslungsreicher Job, den die 48-Jährige mit Herz und Leidenschaft erledigt.

„Mehr Zeit für unsere Hobbys“

Die Liebe zur Natur verbindet Heidrun und Georg Baur seit über 50 Jahren. Das agile Ehepaar ist in mehreren Naturschutzorganisationen aktiv, organisiert NABU-Führungen und erforscht mit Leidenschaft die Veränderung von heimischen Moosarten durch Kalk und Umwelteinflüsse. Anfang des Jahres sind die Senioren in die Seniorenresidenz Neugraben (Hamburg-Neugraben/Fischbek) bei der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw) gezogen und mit dieser Entscheidung sichtlich glücklich. „Jetzt haben wir sehr viel mehr Zeit für unsere Hobbys“, freuen sich die Baurs.

Ausbildung zum Altenpfleger

Michael Westphal lernt den Beruf des Altenpflegers in der Seniorenwohnanlage Langenhorn (Hamburg-Langenhorn) der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw) und wird im kommenden Frühjahr seine Ausbildung mit dem Examen abschließen. Nach einer beruflichen Orientierungsphase – mit 19 Jahren begann er eine Lehre als Koch, später jobbte er in Berlin – hat er jetzt, mit 33 Jahren, seinen Traumberuf gefunden. Als Teenager pflegte er gemeinsam mit seiner Mutter den an Krebs erkrankten Großvater – eine Aufgabe, die er nie als Belastung empfunden hat. Im Gegenteil: In dieser Zeit habe er noch eine intensive Bindung zu seinem Opa aufbauen können.

Beruf Altenpfleger

Kingsley Yeboah ist 20 Jahre alt und befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Altenpfleger. Er arbeitet auf der Schülerstation im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel). Der junge Mann ist bei seiner Großmutter aufgewachsen. Der Beruf gibt ihm die Chance, sich später gut um Sie zu kümmern. Und natürlich auch um andere alte Menschen. Er möchte etwas zurückgeben.

Einen Neuanfang wagen

Der Entscheidungsprozess, ob man im Alter umzieht, braucht seine Zeit. Er ist von Ängsten und Zweifeln geprägt. Eine große Hilfe ist es, einmal aus der Sicht einer neuen Bewohnerin zu erfahren, wie sich das Leben fünf Monate nach dem Umzug in eine Seniorenwohnung anfühlt. Bärbel Kukelies ist am 1. Dezember 2016 ins Haus Pfingstrose vom Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel) gezogen, hat eine barrierefreie 2-Zimmerwohnung mit Küche, Duschbad, Balkon und Fahrstuhl. Sie schreibt:

Hilfe für pflegende Angehörige

Was tun, wenn pflegende Angehörige selbst krank werden? Normalerweise wird Juan Merlos-Horn liebevoll zu Hause im Stadtteil Lankwitz versorgt – von seiner Ehefrau und einem Pflegedienst. Doch nun ist Ehefrau Helga selbst krank geworden und musste sich einer Hüftoperation unterziehen. Während des Krankenhaus- und anschließenden Reha-Aufenthaltes fällt sie für fünf Wochen aus. Das Ehepaar lebt solange getrennt. Juan Merlos-Horn hat sich im Rahmen der Verhinderungspflege in einem Altenheim der Alpenland-Gruppe einquartiert. „Natürlich fehlen mir meine Frau und die Nachbarn“, gibt der ehemalige Tankwart zu, „aber hier gefällt es mir gut.“ Der 69-Jährige macht bei der Gymnastik mit, hört bei den Musikveranstaltungen zu und ihm schmeckt das Essen. Für ihn ist es beruhigend zu wissen, dass er im Notfall im Rahmen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege für wenige Wochen in diesem Haus wohnen kann.