Beruf Altenpfleger

Kingsley Yeboah ist 20 Jahre alt und befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Altenpfleger. Er arbeitet auf der Schülerstation im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel). Der junge Mann ist bei seiner Großmutter aufgewachsen. Der Beruf gibt ihm die Chance, sich später gut um Sie zu kümmern. Und natürlich auch um andere alte Menschen. Er möchte etwas zurückgeben.

„Voraussetzungen für den Beginn der Ausbildung sind ein Realschulabschluss oder ein anderer, als gleichwertig anerkannter Bildungsabschluss sowie die Freude an der Arbeit mit Menschen“, so Julia Stier, Leiterin des Personalwesens. Für die Schüler, die sich noch in der beruflichen Orientierungsphase befinden, ist ein Praktikum oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) zu empfehlen. „Man kann herausfinden, ob die Arbeit gefällt, denn diesen Beruf muss man lieben, um ihn über viele Jahrzehnte ausüben zu können“, erläutert Stier.

 

Ein Beruf mit Verantwortung. Azubi Kingsley Yeboah bei der Medikamentengabe. (Foto:Hospital zum Heiligen Geist)

Die Azubis lernen während der dreijährigen dualen Ausbildung im praktischen Bereich unter anderem die Pflege alter Menschen zu planen, eigenständig durchzuführen und zu dokumentieren. Die allgemeine Krankheitslehre, Medikamentenkunde und Wundmanagement, aber auch Trauerarbeit stehen in der Berufsschule auf dem Lehrplan. Außerdem wird mit den Lehreinheiten Anatomie, Recht, Ethik, Psychologie, Kommunikation, Ernährung und Geriatrie (Altersheilkunde) ein solides Grundwissen aufgebaut. Manchmal haben die Altenpflegeschüler das Gefühl, Medizin zu studieren – so umfangreich ist das Programm. So geht es auch Kingsley Yeboah: „Ich muss noch viel über Krankheiten lernen und über die Techniken, um mit dem Alltagsstress besser zu begegnen.“

Da es in der Altenpflege keinen allgemein verbindlichen Tarifvertrag gibt, kann der Verdienst zwischen den einzelnen Trägern der praktischen Ausbildung unterschiedlich ausfallen. Während der Ausbildung staffelt sich das Gehalt im Hospital zu Heiligen Geist wie folgt: 969 Euro im 1. Ausbildungsjahr; 1.041 Euro im 2. Ausbildungsjahr; 1.153 Euro im 3. Ausbildungsjahr. Außerdem gibt es Zuschüsse für die HVV-Fahrkarte und zum Sportstudio.

„Mit dem Examen in der Tasche starten die jungen Kollegen bei uns mit 2.679 Euro brutto pro Monat, mit drei Jahren Berufserfahrung steigt das Gehalt auf 2.805 Euro. Hinzu kommen Schichtzulagen und eine betriebliche Altersvorsorge“, erläutert Julia Stier.

 Nach entsprechender Weiterbildung können examinierte Altenpfleger zum Pflegedienstleiter oder Einrichtungsleiter aufsteigen, an einer Altenpflegeschule unterrichten oder Aufgaben im Hygiene- oder Qualitätsmanagement übernehmen.