Für die Altenpflege gerüstet

An die Altenpflege werden hohe Anforderungen gestellt. Deshalb drücken viele Altenpfleger noch einmal die Schulbank, um sich weiterzubilden. Mit diesen Zusatzqualifikationen (zum Beispiel Wundversorgung oder Gerontopsychiatrie) wird die Pflege besser. Außerdem macht sich das berufliche Können auch im Portmonee bemerkbar. Aufgrund der finanziellen Anerkennung wird bei der monatlichen Lohnabrechnung in vielen Fällen die 3.000 Euro-Marke (brutto) erreicht.

Charline Gubernatis fördert die Selbstständigkeit ihrer Bewohner und schält mit ihnen Kartoffeln zum Mittagessen.

Charline Gubernatis hat zunächst eine Ausbildung als Altenpflegerin absolviert. Mit dem Examen in der Tasche und einem soliden Grundwissen – Anatomie, Krankheitslehre, Medikamentenkunde, Recht, Ethik, Psychologie, Ernährung und Altersheilkunde – hat die heute 25-Jährige zunächst Berufserfahrung sammeln können. Ihr Schwerpunkt sind psychiatrische Erkrankungen, deshalb hat die engagierte Altenpflegerin eine einjährige Weiterbildung zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie absolviert. Charline Gubernatis hat sich zur stellvertretenden Teamleiterin in einer Demenz-WG mit acht Bewohnern der Hartwig-Hesse-Stiftung (Hamburg) hochgearbeitet. Im Sommer wird sie dann die Leitung einer neuen Wohn-Pflege-Gemeinschaft übernehmen.

Psychiatrische Erkrankungen – insbesondere die verschiedenen Demenzen – sind für das Pflegeteam jeden Tag eine Herausforderung. „In Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten, Angehörigen und Betreuern entwickeln wir auch bei schwierigen Fällen gute Lösungen, damit sich unsere Bewohner bei uns zu Hause fühlen“, freut sich Charline Gubernatis. Ihre Erfolgserlebnisse zeigen sich immer wieder in Form von Dankbarkeit, die zum Beispiel in dem Satz „Wenn du da bist, fühle ich mich sicher“ zum Ausdruck kommt. Außerdem erzählt die junge Pflegerin von einem Bewohner, der wieder angefangen hat zu sprechen, ein paar Schritte laufen kann und gut in der Gruppe aufgenommen wird.

Trotz der Erfolgserlebnisse darf nicht übersehen werden, wie anstrengend die Arbeit mit Senioren sein kann. Auch Charline Gubernatis muss lernen, in ihrer Freizeit abzuschalten. Das gelingt der Pferdebesitzerin beim Reiten recht gut.