Pflege nach dem Krankenhaus

„Der erste Tag im Altenheim ist für die Neuankömmlinge immer zu viel“, weiß Elisabeth Lichtenberg, Leiterin der Sozialen Betreuung im Theodor-Fliedner-Haus (Hamburg-Bramfeld), aus Erfahrung. Viele Bewohner kommen direkt nach einem Klinikaufenthalt und der anschließenden Reha in ein Altenheim, weil sie noch sehr schwach sind oder Orientierungsstörungen nach der Narkose haben. Bereits am Einzugstag ist die Pflege durch Altenpfleger und Therapeuten in Absprache mit den behandelnden Ärzten vorbereitet, sodass es in den kommenden Wochen gesundheitlich wieder bergauf gehen kann. Wer nur für wenige Wochen im Rahmen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege Unterstützung benötigt, hat das Ziel vor Augen, wieder zu Hause leben zu können. Das ist eine große Motivation, um bei der Therapie – vom Gehtraining beim Physiotherapeuten bis zum Sprechen und Schlucken beim Logopäden – mit vollem Elan mitzumachen und bis an die Grenzen zu gehen.

„Ein Blumenstrauß zum Einzug macht den Neuanfang im Altenheim leichter“, sagt Elisabeth Lichtenberg.

Oft sind die Patienten zum Beispiel von einer Operation so mitgenommen, dass sie für sich noch keine gesundheitliche Perspektive erkennen können. Doch aus dem Krankenhausbericht geht bereits die Aussicht auf eine gesundheitliche Verbesserung hervor. Und genau an dieser Stelle kommt die Soziale Betreuung ins Spiel. „Es gibt Bewohner, die ihren Lebensmut verloren haben“, erklärt Elisabeth Lichtenberg. Das ist verständlich, weil es ein großer Schritt ist, die eigene Wohnung aufgeben zu müssen. „Wir hören zu, trösten und reden“, sagt die Sozialpädagogin und spricht für das gesamte Team. Eine große Unterstützung leisten auch die Mitbewohner. Sie klopfen bei den neuen Nachbarn an, gehen gemeinsam zu den Mahlzeiten, erinnern an die nächste Veranstaltung. Innerhalb von wenigen Tagen spüren die neuen Bewohner, dass sie plötzlich in einer Gemeinschaft leben, in der sich die Nachbarn umeinander kümmern. Elisabeth Lichtenberg unterstützt diesen Zusammenhalt und freut sich, wenn die Menschen mobil werden, das Zimmer verlassen und die Wege in den Wohngruppenraum, den Eingangsbereich oder den Garten selbstständig finden. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass die Neuankömmlinge diese schwierige Umstellung schaffen werden und ein neues Zuhause gefunden haben.