Wünsche fürs neue Jahr

Weil es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, alleine zu leben, musste Elfriede Öhlenschläger vor einem halben Jahr ihre Wohnung in Hamm aufgeben. Im Theodor-Fliedner-Haus (Hamburg-Bramfeld) fand die 81-Jährige ein neues Zuhause. „Jetzt bin ich hier und fühle mich wohl“, sagt sie.

Elfriede Öhlenschläger (links) und Christa Garbursinski schmökern im Bücherstübchen

Christa Gabursinski sitzt im Bücherstübchen des Hauses und blättert mit der Seniorin in einem Bildband über Hamburg. „Wir liegen auf einer Wellenlänge“, sagt die Betreuungsfachkraft und ergänzt: „Frau Öhlenschläger hat ein großes Durchsetzungsvermögen und wurde gleich in den Wohnbeirat gewählt“.

 „Ich war noch nie in meinen 80 Jahren mit so vielen gleichaltrigen Menschen zusammen. Es ist sehr interessant, die vielen unterschiedlichen Ansichten kennenzulernen“, schildert Elfriede Öhlenschläger die Eindrücke in ihrer neuen Umgebung. „Ich gehe jeden Tag an die frische Luft, wenn es das Wetter zulässt. Bewegung tut gut“, sagt die Seniorin. Auch andere Angebote wie Gymnastik, Spielrunden, Bingo, den hauseigenen Gottesdienst oder den Klönschnack hat sie schon wahrgenommen. Wichtig ist ihr auch der Kontakt zur Zimmernachbarin: „Sie kümmert sich rührend um die Dame“, bestätigt Christa Gabursinski. „Ich möchte derzeit gar nicht für ein Einzelzimmer tauschen“, sagt die Bewohnerin mit einem Lächeln.

Auf die Frage, ob sie an Gott glaube, antwortet sie nach einigen Augenblicken des Nachdenkens: „Ja, im Krankenhaus ging der Blick schon mal nach oben. Das bringt Kraft und macht Mut“. Und so wünscht sie sich noch ein paar schöne Jahre, „in denen es mir dabei auch gut geht“. Die eifrige Zeitungsleserin wünscht sich auch, dass Olaf Scholz die Geschicke der Hansestadt weiter lenkt. „Der macht das gut und ist sympathisch“. Auch Christa Gabursinski freut sich wieder einmal auf ein Wiedersehen mit den Eltern. „Meine Eltern leben seit 20 Jahren in Spanien, Besuche finden alle zwei bis drei Jahre statt.“