Ernährung im Alter

Eine warme Mahlzeit am Tag hält Körper und Geist zusammen

Klaus Dickert ist nach dem Tod seiner Frau mittags immer ins Restaurant gegangen. Doch nach einem leichten Schlaganfall fällt es ihm schwer vor die Tür zu gehen. „Außerdem kann ich nicht kochen“, gibt der 71-Jährige zu, deshalb lässt er sich regelmäßig das Mittagessen nach Hause liefern. 

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Lebensgewohnheiten rund um die Mahlzeiten. Das Hungergefühl lässt kaum merklich nach. Für nur eine Person zu kochen ist oft zu umständlich. Doch jeder sollte wissen: Der Nährstoffbedarf des Körpers bleibt im Alter nahezu unverändert hoch. Um den Bedarf an Vitaminen, Eiweiß und Kohlehydraten zu decken und Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollte niemand auf eine warme Mahlzeit mit Fleisch oder Fisch, Gemüse und Soße verzichten. „Das ist wichtig, weil einige Nährstoffe erst durch Erhitzung der Speisen für den Körper verwertbar und verträglich werden, wie zum Beispiel die Stärke in Kartoffeln“, erklärt Ernährungsexperte Peter Klein. Eine Studie hat ergeben, dass gekochtes Gemüse mindestens genauso gut vor einem Herzinfarkt schützen kann wie Rohkost. Das liegt daran, dass im rohen Zustand die Zellwände die Freisetzung der Nährstoffe behindern. Durch das Kochen wird die Struktur der Zellwände aufgeweicht und die Wirkstoffe sind besser verfügbar. So gibt Tomatenmark zum Beispiel den Herzinfarkt-Schutzstoff Lycopin wesentlich besser ab als eine rohe Tomate.

 Für viele alleinstehende Senioren ist es zu mühsam, für eine Person einzukaufen und ausgewogen zu kochen. oft kommt dann mittags nur der Fertiggrießbrei aus der Tüte auf den Tisch, der einfach zubereitet ist und satt macht. Die Menüdienste wissen, dass Senioren Hausmannskost mögen und haben ihren Speiseplan daraufhin ausgerichtet. Aber auch vegetarische Gerichte, salzarme Schonkost oder Diät-Menus werden angeboten. Man kann sich beispielsweise zweimal in der Woche etwas liefern lassen und an den anderen Tagen selbst kochen. Der Mittagstisch lässt sich kurzfristig per Telefon für den nächsten Tag bestellen. Dabei gibt es keine Kündigungsfristen.
 „Die Portionen sind ausreichend und es schmeckt alles gut“, freut sich Klaus Dickert.

„Für mich ist es praktischer, das Essen heiß liefern zu lassen“, sagt Klaus Dickert.