Nach dem Sehnenriss
Den Lebensmut wiederfinden
Annelies Donth ist von einer auf die andere Sekunde aus
dem gewohnten Leben gerissen worden. Es passierte auf
dem Weg zum Einkaufen. Ein Knacken und ein stechender
Schmerz im linken Fuß. Die Seniorin konnte den Fuß nicht
mehr heben und somit nicht mehr laufen. Die Diagnose:
eine gerissene Sehne.
Medizinisch gesehen eine leichte Operation: Die Sehne wurde wieder angenäht, und auch die für ältere Menschen gut verträgliche Rückenmarkanästhesie hat die Patientin gut überstanden.
Doch die Zeit danach war schwer für die 69-Jährige. Zunächst wurden ihr fünf Tage stramme Bettruhe verordnet. »Ich war so abhängig. Davor hatte ich immer große Angst: nicht mehr selbstständig leben zu können.« Nach dem chirurgischen Eingriff hat für Annelies Donth die geriatrische Frührehabilitation (Geriatrie: Altersheilkunde) begonnen. Zusammen mit dem Physiotherapeuten hat sie innerhalb von wenigen Tagen große Fortschritte gemacht, zum Beispiel das Gehen und Treppensteigen mit dem Gehgips geübt. »Das ist wichtig, um wieder in meine Wohnung im zweiten Stock ohne Fahrstuhl zu kommen.« Gleichzeitig konnte durch Gespräche dazu beigetragen werden, die eigenen Ängste vor einer ungewissen Zukunft in den Griff zu bekommen. Drei Monate wird es dauern, bis das Laufen ohne Gehgips wieder möglich ist. Eine lange Zeit, in der man den Glauben daran nicht verlieren darf, wieder ganz gesund zu werden.
Oberarzt Dr. Manfred Schmölders freut sich darüber, dass seine Patientin so schnell wieder zur alten Selbstständigkeit zurückgefunden hat: »Die Frührehabilitation ist nach chirurgischen Eingriffen im Rahmen der Alterstraumatologie speziell auf die Bedürfnisse von Senioren abgestimmt. Wir wollen erreichen, dass die Menschen wieder ohne fremde Hilfe zu Hause leben können.«
Annelies Donth muss ihren 69. Geburtstag in der Klinik feiern. Oberarzt
Dr. Manfred Schmölders gratuliert.


