Im 3. Lehrjahr als angehende Altenpflegerin
Stefanie Sellhusen hat Freude an ihrer Arbeit
Stefanie Sellhusen absolviert eine Ausbildung zur Altenpflegerin im Pflegeheim. Im August hat ihr drittes Lehrjahr begonnen. Nach dem Abschluss an der Höheren Handelsschule wusste die heute 22-Jährige nicht recht, welche berufliche Laufbahn sie einschlagen sollte und entschied sich, ein Freiwilliges Soziales Jahr im Altenheim abzuleisten. Die praktische Arbeit, der Umgang mit den Bewohnern und die Teamarbeit gefielen ihr so gut, dass sie sich entschloss, diesen Beruf von Grund auf zu erlernen.
Von vielen Auszubildenden werden die Anforderungen der Tätigkeit zunächst unterschätzt. Der anfänglichen Begeisterung folgt oft Ernüchterung. „Vor zwei Jahren hatte meine Klasse in der Altenpflegeschule 28 Schüler. Die Hälfte von ihnen hat mittlerweile die Ausbildung abgebrochen.“ Stefanie Sellhusen aber machen die Arbeit und das Lernen viel Freude. Sie hat hervorragende Zeugnisse. „Das, was wir in der Schule lernen, können wir sofort praktisch anwenden.“ Die Belastungen aufgrund von Schicht- und Wochenenddiensten sind kein Problem für sie. Auch Rückenschmerzen durch die körperlich harte Tätigkeit halten sich in Grenzen, weil an der Berufsschule rückenschonendes Arbeiten unterrichtet wird. Für acht Bewohner ist die angehende Altenpflegerin bereits verantwortlich, kennt deren Lebensgeschichten und Gewohnheiten. Wenn jemand verstirbt, ist das für junge Mitarbeiter schwierig. „Natürlich bin ich traurig, aber ich sage mir dann: Wir haben uns rund um diesen Lebensabschnitt im Pflegeheim viel Mühe gegeben, und es ging den Menschen bei uns gut – bis zuletzt. Das hilft mir, mit dem Tod fertig zu werden.“
Seit Kurzem hat Stefanie Sellhusen mit einer Kontaktallergie an den Händen zu kämpfen. „Ich probiere nun ein anderes Desinfektionsmittel aus. Der Hautausschlag geht bereits zurück.“ Im Anschluss an ihre Berufsausbildung will sie an der Fachhochschule „Pflegeentwicklung und -management“ studieren. „Nach Abschluss des Studiums kann ich zum Beispiel Wohnbereichsleiterin werden.“ Doch zunächst freut sich die Auszubildende über die höhere Vergütung zum dritten Lehrjahr. Mit 882,32 Euro brutto und ca. 700 Euro netto ist dann wieder etwas mehr Geld im Portemonnaie.
Stefanie Sellhusen trägt eine große Verantwortung. »Es ist wichtiger
gründlich als schnell zu arbeiten«, erklärt Praxisanleiterin Angela Hahn.


