Die Kurzzeitpflege ist eine ideale Brücke
Ursprünglich war die Kurzzeitpflege zur Entlastung pflegender Angehöriger gedacht. Die Tochter braucht Urlaub, in dieser Zeit lebt die Mutter im Altenheim. Doch inzwischen wird diese Institution immer häufiger von alleinstehenden Senioren genutzt, die nach einem Krankenhausaufenthalt erst einmal wieder auf die Beine kommen müssen: nach Augenoperationen, Schlaganfällen, Stürzen oder Krebsbehandlungen. Aktivierende Pflege wird benötigt. In genau diesem Übergang von der Klinik zurück in die vertraute Umgebung ist die Kurzzeitpflege eine ideale Brücke.
Altenpfleger, Krankenschwestern, Logopäden und Physiotherapeuten leisten hier gemeinsam mit den behandelnden Ärzten einen wichtigen Beitrag. Helga Borcherdt hatte in diesem Jahr mehrere gesundheitliche Nackenschläge: Drei Schlaganfälle hatte die 78-Jährige zu verkraften. Kurz danach ist sie aufgrund eines Herzinfarkts gestürzt. Zum Glück ist die Patientin auf dem Wege der Besserung. Doch auch das Vertauen in den eigenen Körper muss wiederhergestellt werden: „Ich bin noch zitterig und habe Bammel, allein in meiner Wohnung zu leben.“ In diesen Fällen ist die Kurzzeitpflege eine große Hilfe. „Unsere Gäste sind motiviert, bei den zahlreichen Übungen mitzumachen – das Gehen, Treppensteigen oder Greifen zu üben. Denn sie haben ein großes Ziel: Sie wollen wieder nach Hause“, erklärt Pflegedienstleiterin Gudrun Franke.
In den Kliniken wird nicht mehr nach Aufenthaltstagen abgerechnet, sondern für jede Behandlung erhält das Krankenhaus eine Pauschale. Deshalb werden die Patienten bereits kurz nach einer Operation in eine Rehabilitation überwiesen oder entlassen. Zu diesem Entlassungszeitpunkt setzt die Kurzzeitpflege an. Versicherte, die eine Pflegestufe haben, erhalten für 28 Tage einen Zuschuss von der Pflegekasse in Höhe von 1.550 Euro. Außerdem kann ein Zuschuss in gleicher Höhe für weitere 28 Tage im Rahmen der „Krankenhausvermeidungspflege“ beantragt werden. So können acht Wochen überbrückt werden. Helga Borcherdt hat sich inzwischen gut erholt und genügend Kraft, um wieder in ihrer eigenen Wohnung zu leben.
