Täglich eine warme Mahlzeit

Die gesamte Ernährung umzustellen, schafft kaum jemand. Aber gezielt nur das Fett reduzieren, um gesünder zu leben, schaffen auch Sie.

Wie wirken Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte in unserem Körper?

Dr. Ann-Kathrin Meyer [Fachärztin für Innere Medizin und Altersheilkunde]: Durch Überernährung kommt es zu vermehrten Ablagerungen in unseren Gefäßen, die zu diesen Krankheiten führen. Im Laufe von Jahrzehnten können sich die Gefäße so weit verengen, dass es zu Durchblutungsstörungen kommt. Oft sind dann Herzinfarkt oder Schlaganfall die Folgen.

Was ist Cholesterin?

Dr. Meyer: Cholesterin gehört zur Gruppe der Nahrungsfette und ist überwiegend in tierischen Fetten enthalten, aber auch in Kokosfett und Palmöl. Man unterscheidet zwischen dem sogenannten »guten« (HDL) und dem »schlechten« (LDL) Cholesterin. Ist der Anteil vom LDL im Blut zu hoch, kommt es zu Ablagerungen in den Gefäßwänden.

Schwimmt Fett im Blut?

Dr. Meyer: Im Extremfall, ja. Dann sieht das Blut trübe-milchig aus, und es kann zu schmerzhaften Entzündungen der Bauchspeicheldrüse kommen.

Sollte man von der guten Butter zur Margarine wechseln?

Elke Grimpe [Ernährungsberaterin]: Der Margarineaufstrich ist sinnvoll. Margarine ist immer cholesterinfrei, weil sie aus pflanzlichen Ölen und Fetten gewonnen wird und keine tierischen Fette enthält. Man sollte aber darauf achten, dass sie ohne gehärtete Fette hergestellt wurde.

Welche Fette und Öle kann man zum Braten verwenden?

Peter Basse [Koch im Alsterdomizil]: Wir braten gern mit Olivenöl, wie es auch in der leichten mediterranen Küche üblich ist. Man darf es aber nicht zu stark erhitzen. Bei Temperaturen über 180 Grad verbrennt das Öl. Es geht aber auch Butterschmalz als Geschmacksträger. Wir wollen das Fett nicht verteufeln, denn es enthält Vitamine wie das Vitamin D, das für die Kalziumproduktion wichtig ist.

Was ist bei der Ernährung von altersverwirrten Menschen zu beachten?

Dr. Meyer: Demenzpatienten haben einen starken Bewegungsdrang. In einer Studie ist festgestellt worden, dass manche von ihnen zwischen 30 und 40 Kilometer pro Tag zurücklegen – auf Krankenhaus- und Altenheimfluren. Folglich ist ihr Kalorienbedarf hoch. Es hat sich bewährt, auf der »Laufstrecke« Kuchen und Kekse hinzustellen.

Holger Carstensen [Pflegedienstleiter im Stadtdomizil]: Der Geschmack verändert sich. Das Süße wird favorisiert. Was süß ist, wird als gesund wahrgenommen. Dieses Gefühl ist uns seit Urzeiten vertraut und bei altersverwirrten Menschen besonders präsent.

Was tun, wenn altersverwirrte Menschen die Mahlzeiten vergessen?

Carstensen: Viele Senioren, die allein leben und nur noch den Kanarienvogel oder das Radio zur Unterhaltung haben, verlieren die Freude an den Mahlzeiten. Außerdem macht es ihnen kaum Spaß, für nur eine Person zu kochen. Folglich kommt das Essen einer Zuführung von Kalorien gleich.

Diaz Liedicke [Pflegedienstleiter im Alsterdomizil]: Wir haben eine Wohnküche, die der Lebensmittelpunkt für unsere Bewohner ist. Hier wird morgens Kaffee gekocht. Es gibt frische Brötchen und riecht lecker. Dann bereiten die Bewohner das Mittagessen vor, dazu zählen Kartoffelschälen, Sellerieputzen und Tischdecken. Es ist sinnvoller, etwas für die Gemeinschaft zu tun, als Papierhasen auszuschneiden, die nach der Therapiestunde im Papierkorb landen.

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