Mitten im Leben

Pflege nach dem Krankenhaus

Wussten Sie, dass ein Patient, der nach einem Oberschenkelhalsbruch operiert wird, nur zwölf Tage im Krankenhaus liegt? Die Entlassung steht häufig direkt nach der medizinischen Behandlung an. Wer noch Kraft schöpfen muss, um nach einer Hüft-OP wieder auf die Beine zu kommen, kann nach einem Klinikaufenthalt und der anschließenden Reha zum Beispiel die Kurzzeit- und Verhinderungspflege in Anspruch nehmen. Altenpfleger, Krankenschwestern und Therapeuten leisten hier gemeinsam mit den behandelnden Ärzten wichtige Arbeit, um Kraft zu sammeln und danach wieder in der vertrauten Umgebung zu leben. Bis zu acht Wochen zahlt die Pflegekasse einen Zuschuss von maximal 3.224 Euro.

Die Macht der Gefühle

Wer einen geliebten Menschen verliert, fällt meist in ein tiefes Loch. „Die Endgültigkeit, die der Tod mit sich bringt, ist nur schwer zu begreifen und macht unendlich traurig“, sagt Wiebke Meers aus der Markus-Kirchengemeinde Rahlstedt (Hamburg). „Trauern ist sehr wichtig“, meint die Pastorin. Das Trauern ist ein Weg, der von jedem ganz unterschiedlich gegangen wird. Es gibt kein richtig oder falsch. Alles hat seine Berechtigung, auch Verdrängung. Beim Trauern geht es darum, den Verlust zu verarbeiten. Hier treffen seelische Schmerzen auf die unterschiedlichsten Emotionen wie Schock, Wut oder Fassungslosigkeit.

Ehrenamtlicher Besuchsdienst

Das Leben im Alter ist für viele Menschen beschwerlich. Die Gesundheit spielt nicht mehr richtig mit, oftmals leben die Senioren allein, die Angehörigen haben nicht täglich Zeit, für einen Besuch vorbeizuschauen. Um einer drohenden Einsamkeit vorzubeugen, aber auch um Angehörige von Menschen, die Pflege erhalten, zu entlasten, wurde das Projekt „SeniorPartner“ vor zehn Jahren ins Leben gerufen. „Wir suchen Menschen, die mit anderen Menschen ihre freie Zeit teilen“, sagt die Hamburger Projektleiterin Marion Meyer.

Seniorinnen als Einlaufkids

Was den Knirpsen recht ist, sollte der älteren Generation nur billig sein. Wie die Kinder an jedem zweiten Samstag gemeinsam mit den Bundesligastars im Volkspark, liefen im Rahmen des Charity-Fußballturniers „Bolzerei 2“ die Senioren im Schanzenpark gemeinsam mit den Spielern auf das Feld. Seite an Seite mit Schauspieler Peter Lohmeyer, den ehemaligen Hamburger Fußballgrößen Stefan Schnoor, Sergej Barbarez (beide HSV) und Fabian Boll (St. Pauli) sowie den Entertainern Elton und Oliver Petszokat kamen die Senioren ganz auf ihre Kosten. Zudem sorgte TV-Koch Tim Mälzer als Maskottchen am Rand des Geschehens für jede Menge gute Laune. Mälzer hatte den Charity-Kick organisiert und seine „Bullerei Allstars“ gegen die „Placebo Kickers“, eine Mannschaft aus Ärzten, auf das Feld geschickt.

Der Held von Volksdorf

Das kam Postbote Andreas Walla seltsam vor: Schon drei Tage lang waren die Rollläden an einer Doppelhaushälfte in seinem Zustellbezirk herabgelassen, das Fahrrad stand an derselben Stelle, ein Fenster war offen und der Briefkasten quoll über. Auch auf sein Klingeln reagierte niemand. Der umsichtige Brief- und Paketzusteller rief geistesgegenwärtig die Feuerwehr und rettete so wahrscheinlich einer alten Dame das Leben.

Fahrrad-Rikscha Ausflüge

Ältere Menschen, die in ihrer vertrauten Umgebung wohnen, können zusätzlich in der Tagespflege betreut werden. Die Gäste werden morgens mit dem Bus abgeholt und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen, Gymnastik, Tanzen, Singen, Spiele sowie Gedächtnistraining stehen auf dem Programm. In der Tagespflege im Parkquartier Hohenfelde (Hamburg-Hohenfelde) bietet die Hartwig-Hesse-Stiftung den Senioren einmal in der Woche Ausflüge mit einer Fahrrad-Rikscha an. Die Ausfahrten zum Wochenmarkt oder durch die Natur sorgen für Lebensfreude. „Diese Touren sind eine tolle Möglichkeit, mal wieder Dinge zu sehen, die man sonst nicht mehr sieht. Es gibt ja sonst niemanden, der das mit einem macht“, freut sich die 74-jährige Gerda Holzgrefe und strahlt über das ganze Gesicht.

„Ein Garten voller Rosen“

Diese Frau ist ein Phänomen: Renate Schneider hat für das Hamburger Abendblatt 32 Jahre lang das Ressort „Von Mensch zu Mensch“ geleitet. In dieser Zeit hat die elegante Dame mehr als zwölf Millionen Euro Spendengelder gesammelt, mit denen sie weit über 150.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Not geholfen hat. Dafür wurde die gläubige Christin unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Hamburger Bürgerpreis ausgezeichnet, außerdem wurde sie 2010 zur „Hamburgerin des Jahres“ gewählt. Als sich die gebürtige Berlinerin zwei Jahre später im Alter von 72 Jahren in den Ruhestand verabschiedete, standen die hanseatischen Honoratioren in der Laeiszhalle Schlange.

Menschen helfen Menschen

In Hamburg sind rund 25.000 Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags auf die Hilfe eines Betreuers angewiesen. Viele dieser Helfer sind ehrenamtlich tätig. Sie werden vom Betreuungsgericht einer Person zur Seite gestellt für die Bereiche, die diese aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht selbst organisieren kann. Einer von ihnen ist der Kriminalbeamte Günter Franke, der sich nach seiner Pensionierung ehrenamtlich engagieren wollte.

Gute Vorsätze fürs neue Jahr?

Yoga ist der perfekte Sport für Senioren: Sanfte, fließende Bewegungen, die in der Regel auch Menschen jenseits des 70. Lebensjahrs problemlos bewältigen können, wechseln sich mit Entspannungsphasen ab. Die Atmung wird tiefer, die Körperhaltung aufrechter. „Mein Yoga ist weder akrobatisch noch esoterisch, bei uns darf auch gelacht und geklönt werden“, versichert Brigitte Ostrau mit einem strahlenden Lächeln. Yoga senkt Blutdruck und Herzfrequenz und erhöht gleichzeitig die Immunabwehr. Die 65-jährige Trainerin bietet seit zehn Jahren Yoga-Kurse an. Ihren Hatha-Yoga-Kurs besuchen wöchentlich zehn Damen im Alter von 70 bis 82 Jahren. Manchmal bringt eine der Teilnehmerinnen ihren Enkel mit. „Bei den Übungen sieht der ungelenke Nachwuchs neben Oma oft ganz schön alt aus“, hat die Yoga-Lehrerin mit einer gewissen Genugtuung beobachtet.