Mitten im Leben

Fahrrad-Rikscha Ausflüge

Ältere Menschen, die in ihrer vertrauten Umgebung wohnen, können zusätzlich in der Tagespflege betreut werden. Die Gäste werden morgens mit dem Bus abgeholt und am Nachmittag wieder nach Hause gebracht. Ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen, Gymnastik, Tanzen, Singen, Spiele sowie Gedächtnistraining stehen auf dem Programm. In der Tagespflege im Parkquartier Hohenfelde (Hamburg-Hohenfelde) bietet die Hartwig-Hesse-Stiftung den Senioren einmal in der Woche Ausflüge mit einer Fahrrad-Rikscha an. Die Ausfahrten zum Wochenmarkt oder durch die Natur sorgen für Lebensfreude. „Diese Touren sind eine tolle Möglichkeit, mal wieder Dinge zu sehen, die man sonst nicht mehr sieht. Es gibt ja sonst niemanden, der das mit einem macht“, freut sich die 74-jährige Gerda Holzgrefe und strahlt über das ganze Gesicht.

„Ein Garten voller Rosen“

Diese Frau ist ein Phänomen: Renate Schneider hat für das Hamburger Abendblatt 32 Jahre lang das Ressort „Von Mensch zu Mensch“ geleitet. In dieser Zeit hat die elegante Dame mehr als zwölf Millionen Euro Spendengelder gesammelt, mit denen sie weit über 150.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Not geholfen hat. Dafür wurde die gläubige Christin unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Hamburger Bürgerpreis ausgezeichnet, außerdem wurde sie 2010 zur „Hamburgerin des Jahres“ gewählt. Als sich die gebürtige Berlinerin zwei Jahre später im Alter von 72 Jahren in den Ruhestand verabschiedete, standen die hanseatischen Honoratioren in der Laeiszhalle Schlange.

Menschen helfen Menschen

In Hamburg sind rund 25.000 Menschen bei der Bewältigung ihres Alltags auf die Hilfe eines Betreuers angewiesen. Viele dieser Helfer sind ehrenamtlich tätig. Sie werden vom Betreuungsgericht einer Person zur Seite gestellt für die Bereiche, die diese aufgrund einer Krankheit oder Behinderung nicht selbst organisieren kann. Einer von ihnen ist der Kriminalbeamte Günter Franke, der sich nach seiner Pensionierung ehrenamtlich engagieren wollte.

Gute Vorsätze fürs neue Jahr?

Yoga ist der perfekte Sport für Senioren: Sanfte, fließende Bewegungen, die in der Regel auch Menschen jenseits des 70. Lebensjahrs problemlos bewältigen können, wechseln sich mit Entspannungsphasen ab. Die Atmung wird tiefer, die Körperhaltung aufrechter. „Mein Yoga ist weder akrobatisch noch esoterisch, bei uns darf auch gelacht und geklönt werden“, versichert Brigitte Ostrau mit einem strahlenden Lächeln. Yoga senkt Blutdruck und Herzfrequenz und erhöht gleichzeitig die Immunabwehr. Die 65-jährige Trainerin bietet seit zehn Jahren Yoga-Kurse an. Ihren Hatha-Yoga-Kurs besuchen wöchentlich zehn Damen im Alter von 70 bis 82 Jahren. Manchmal bringt eine der Teilnehmerinnen ihren Enkel mit. „Bei den Übungen sieht der ungelenke Nachwuchs neben Oma oft ganz schön alt aus“, hat die Yoga-Lehrerin mit einer gewissen Genugtuung beobachtet.

Ich bin für dich da

Häufig reagieren wir mit Sprachlosigkeit, wenn wir mit dem Tod eines Angehörigen, Freundes, Arbeitskollegen oder Nachbarn konfrontiert werden – egal, ob wir die traurige Botschaft per Brief, aus einer Trauerannonce in der Zeitung oder in einem persönlichen Gespräch erfahren haben. So eine Nachricht verschlägt uns buchstäblich die Sprache. Aus Angst, das Falsche zu sagen, schweigen wir. „Doch diese Verunsicherung kann mit dem einfachen Satz 'Ich möchte mein herzliches Beileid ausdrücken' überwunden werden“, weiß Trauer-Experte Dr. Horst Sebastian.

Senioren-Assistenz in Hamburg

Wer solange wie möglich in der vertrauten Umgebung leben möchte, kann sich zahlreiche Dienstleistungen – vom Pflegedienst über die Fußpflege bis zur Putzfrau – ins Haus holen. Um den Rest wird sich dann wohl die Familie kümmern. Doch was tun, wenn die Kinder für die Betreuung ihrer Eltern ausfallen? Weil sie in einer anderen Stadt wohnen, berufstätig sind, ihr eigenes Leben führen und daher wenig Zeit haben. Die verantwortungsvolle Aufgabe der Seniorenbetreuung kann auch in gute Hände außerhalb der Familie gegeben werden.

Bestattungsvorsorge

Den meisten Menschen fällt es schwer, sich mit der eigenen Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Das Ehepaar Töpffer sieht das jedoch ganz pragmatisch. „Wir möchten, dass im Falle eines Falles alles geregelt ist“, so Theodor Töpffer (73). Das Paar schloss deshalb im vergangenen Jahr einen Bestattungsvorsorgevertrag ab.

Senioren erobern das Internet

Mit der Cousine in Amerika skypen, eine E-Mail an den Enkel schicken oder den nächsten Termin mit der Wandergruppe vereinbaren: Die digitale Welt hat längst Einzug gehalten im Alltag älterer Menschen. „Als ich 1996 die Leitung der Bewohner-Bibliothek übernommen habe, gab es bereits einen EDV-Bereich für unsere Besucher“, erzählt Helga Brietzke vom Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel).

Schlagermove im Altenheim

Eine 88-jährige Bewohnerin hat sich zur Feier des Tages Schleifen ins silberne Haar flechten lassen. Eine andere Seniorin hat auf Wimperntusche und schrille Klamotten verzichtet, macht aber auf der Tanzfläche eine tolle Figur. Auch der 76-jährige Hans-Peter Gronau ist trotz Kunstgelenk noch beeindruckend beweglich in der Hüfte. Ansonsten gilt: Schunkeln, Lachen und in die Hände klatschen funktioniert immer und macht auch im Sitzen viel Spaß. Schlagermove geht auch im Altenheim.