Wohnen im Alter

Karriere im Altenheim

Judith Niemann ist gelernte Krankenschwester. Sie durchlief viele Stationen in diesem Berufszweig, ist seit mehr als 15 Jahren Praxisanleiterin und damit erste Ansprechpartnerin für die Auszubildenden. „Es ist eine große Freude, mit Menschen zu arbeiten“, sagt die 39-Jährige. Und meint damit sowohl die Azubis als auch die Bewohner.

Für die Altenpflege gerüstet

An die Altenpflege werden hohe Anforderungen gestellt. Deshalb drücken viele Altenpfleger noch einmal die Schulbank, um sich weiterzubilden. Mit diesen Zusatzqualifikationen (zum Beispiel Wundversorgung oder Gerontopsychiatrie) wird die Pflege besser. Außerdem macht sich das berufliche Können auch im Portmonee bemerkbar. Aufgrund der finanziellen Anerkennung wird bei der monatlichen Lohnabrechnung in vielen Fällen die 3.000 Euro-Marke (brutto) erreicht.

Die Stimme der Bewohner

„Wir sind so etwas wie eine Gewerkschaft für Bewohner und Mieter“, sagt Gerda Petschke. Die 79-Jährige engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel) als Vorsitzende des Wohn- und Hausbeirats. Dieser Beirat besteht aus sieben Personen und ist für die Menschen zuständig, die sich in stationärer Pflege befinden.

Neustart in der Residenz

Von preisgünstigen Seniorenwohnungen bei Stiftungen oder Wohnungsbaugenossenschaften bis zu exklusiven Appartements in Residenzen gibt es in Berlin und Brandenburg ein großes Angebot. Aus unterschiedlichen Gründen stehen die Menschen so einem Neuanfang offen gegenüber: Haus und Garten machen zu viel Arbeit oder man sucht Kontakt mit Gleichgesinnten.

In der vertrauten Umgebung

Marie-Louise Jungwirth freut sich schon auf den morgendlichen Besuch. „Dank der guten Pflege geht es mir wieder besser. Kopfmäßig bin ich noch gut in Schuss, doch der Körper macht nicht mehr so gut mit“, erzählt die Seniorin, die sich nur mit einem Rollator durch die Wohnung bewegen kann. Die 79-Jährige empfängt Susanne Siemers-Grundt, die heute von „ihrem“ Volksdorfer PTW Pflegeteam (Hamburg-Volksdorf) vorbeischaut, mit lockeren Sprüchen und guter Laune. „Ich freue mich immer, wenn der Pflegedienst kommt. An der Gegensprechanlage der Haustür kann ich an der Stimme schon erraten, wer dann immer da ist“, sagt Marie-Louise Jungwirth.

Bei uns wird es nie langweilig

Jeden Dienstag geht es sportlich zu im Aufenthaltsbereich der Seniorenwohnanlage Neuwiedenthal (Hamburg), einer Residenz der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw). Punkt 14.30 Uhr beginnt Klaus Stelling (74) Stühle in einem Halbkreis aufzustellen, denn gleich trifft sich hier die fröhliche Wii-Bowling-Mannschaft. Der große Bildschirm, auf dem der Wettkampf ausgetragen wird, ist eingerahmt von zahlreichen Urkunden, Gold- und Silberpokalen. „Bei den Turnieren sind wir bis heute ungeschlagen“, verrät Wii-Bowling-Spieler Walter Meier (92) stolz und holt mit der Fernbedienung schwungvoll zum nächsten Wurf aus.

Wünsche fürs neue Jahr

Weil es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr möglich war, alleine zu leben, musste Elfriede Öhlenschläger vor einem halben Jahr ihre Wohnung in Hamm aufgeben. Im Theodor-Fliedner-Haus (Hamburg-Bramfeld) fand die 81-Jährige ein neues Zuhause. „Jetzt bin ich hier und fühle mich wohl“, sagt sie.

Mahlzeiten aus eigener Küche

Auf der Suche nach einem guten Altenheim sollten Interessenten auch auf ein Detail achten, das „Leib und Seele“ zusammenhält: das vor Ort gekochte Essen. Seit 35 Jahren bereitet Petra Gränzig die Mahlzeiten für die Bewohner des Alten- und Pflegeheims Lutherheim (Berlin-Kreuzberg) vor. Heute standen zwei Gerichte auf dem Speiseplan: Leberkäse mit Broccoli, Zitronensoße und Petersilienkartoffeln sowie als Alternative Rührei mit Blattspinat. Als Nachtisch gab es selbst zubereiteten Mandelpudding mit Saft.

Die Altenpflegerin auf Tour

Sie arbeitet für den ambulanten Pflegedienst St. Marien mobil (Berlin-Wilmersdorf) und ermöglicht kranken, pflegebedürftigen Menschen ein Leben in der vertrauten Häuslichkeit: Altenpflegerin Bisera Gjoshevski. Wenn sie klingelt, freuen sich ihre Klienten. Mit Herz und Verstand hilft ihnen die 40-Jährige im Alltag. Auch wenn die Zeit knapp ist, ein Schwätzchen muss sein. Bei der Körperpflege, bei der Medikamentengabe, beim Essen oder Vorlesen aus der Zeitung. Immer ganz individuell. „Wenn Schlaganfall- oder Herzpatienten aus dem Krankenhaus kommen, brauchen sie zunächst viel Hilfe. Aber nach einigen Wochen haben sie ihre Selbstständigkeit zurück“, beschreibt Bisera Gjoshevski die Erfolgserlebnisse in ihrem Job.