Wohnen im Alter

„Mehr Zeit für unsere Hobbys“

Die Liebe zur Natur verbindet Heidrun und Georg Baur seit über 50 Jahren. Das agile Ehepaar ist in mehreren Naturschutzorganisationen aktiv, organisiert NABU-Führungen und erforscht mit Leidenschaft die Veränderung von heimischen Moosarten durch Kalk und Umwelteinflüsse. Anfang des Jahres sind die Senioren in die Seniorenresidenz Neugraben (Hamburg-Neugraben/Fischbek) bei der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw) gezogen und mit dieser Entscheidung sichtlich glücklich. „Jetzt haben wir sehr viel mehr Zeit für unsere Hobbys“, freuen sich die Baurs.

Ausbildung zum Altenpfleger

Michael Westphal lernt den Beruf des Altenpflegers in der Seniorenwohnanlage Langenhorn (Hamburg-Langenhorn) der Vereinigten Hamburger Wohnungsbaugenossenschaft eG (vhw) und wird im kommenden Frühjahr seine Ausbildung mit dem Examen abschließen. Nach einer beruflichen Orientierungsphase – mit 19 Jahren begann er eine Lehre als Koch, später jobbte er in Berlin – hat er jetzt, mit 33 Jahren, seinen Traumberuf gefunden. Als Teenager pflegte er gemeinsam mit seiner Mutter den an Krebs erkrankten Großvater – eine Aufgabe, die er nie als Belastung empfunden hat. Im Gegenteil: In dieser Zeit habe er noch eine intensive Bindung zu seinem Opa aufbauen können.

Beruf Altenpfleger

Kingsley Yeboah ist 20 Jahre alt und befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr zum Altenpfleger. Er arbeitet auf der Schülerstation im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel). Der junge Mann ist bei seiner Großmutter aufgewachsen. Der Beruf gibt ihm die Chance, sich später gut um Sie zu kümmern. Und natürlich auch um andere alte Menschen. Er möchte etwas zurückgeben.

Einen Neuanfang wagen

Der Entscheidungsprozess, ob man im Alter umzieht, braucht seine Zeit. Er ist von Ängsten und Zweifeln geprägt. Eine große Hilfe ist es, einmal aus der Sicht einer neuen Bewohnerin zu erfahren, wie sich das Leben fünf Monate nach dem Umzug in eine Seniorenwohnung anfühlt. Bärbel Kukelies ist am 1. Dezember 2016 ins Haus Pfingstrose vom Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel) gezogen, hat eine barrierefreie 2-Zimmerwohnung mit Küche, Duschbad, Balkon und Fahrstuhl. Sie schreibt:

Hilfe für pflegende Angehörige

Was tun, wenn pflegende Angehörige selbst krank werden? Normalerweise wird Juan Merlos-Horn liebevoll zu Hause im Stadtteil Lankwitz versorgt – von seiner Ehefrau und einem Pflegedienst. Doch nun ist Ehefrau Helga selbst krank geworden und musste sich einer Hüftoperation unterziehen. Während des Krankenhaus- und anschließenden Reha-Aufenthaltes fällt sie für fünf Wochen aus. Das Ehepaar lebt solange getrennt. Juan Merlos-Horn hat sich im Rahmen der Verhinderungspflege in einem Altenheim der Alpenland-Gruppe einquartiert. „Natürlich fehlen mir meine Frau und die Nachbarn“, gibt der ehemalige Tankwart zu, „aber hier gefällt es mir gut.“ Der 69-Jährige macht bei der Gymnastik mit, hört bei den Musikveranstaltungen zu und ihm schmeckt das Essen. Für ihn ist es beruhigend zu wissen, dass er im Notfall im Rahmen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege für wenige Wochen in diesem Haus wohnen kann.

Klinik-Clowns bringen Freude

Gerade kehrt Elfriede Kloebe von einem Spaziergang mit ihrem Sohn zurück, als die beiden Spaßmacher vom Verein Klinik-Clowns Hamburg zu ihrem monatlichen Auftritt im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel) eintreffen. „Fangt ja nicht ohne mich an“, ruft die 100-Jährige den beiden Clowns Jako und Paula mit einem strahlenden Lächeln zu, bevor sie in ihrem Zimmer verschwindet und schnell ihre knallrote Pappnase holt. Denn wenn diese nicht mitten in ihrem Gesicht prangt, darf die Show nicht beginnen.

Neuanfang im Service-Wohnen

Feierliche Schlüsselübergabe für die neuen Bewohner im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg). Am 1. Dezember 2016 waren die 59 Neubauwohnungen im Haus Pfingstrose bezugsfertig. Viele der Mieter hatten bereits nach wenigen Tagen den Umzug ins Service-Wohnen hinter sich, freuten sich auf das erste Weihnachtsfest und den Jahreswechsel in der neuen Umgebung.

Neues Zuhause für Senioren

Die Ansprüche an eine moderne Pflegeeinrichtung haben sich im Laufe der letzten Jahre enorm verändert. Ein Beispiel für diesen Wandel ist die neue Wohnanlage Fahrenkroen (Hamburg-Bramfeld). Der Chef des Unternehmens, Frank Wagner, ist im Altenheim groß geworden. Sein Vater war Heimleiter, der junge Frank hat im Altenheim seine Schularbeiten erledigt, die Bewohner haben ihm Mathematik und Schach beigebracht. Das prägt. Im neuen Bramfelder Haus lässt das Team der Frank Wagner Holding das gesamte Fachwissen rund um eine kompetente Pflege einfließen. Das Angebot reicht vom Service-Wohnen über vier Wohngruppen (zum Beispiel für junge, pflegebedürftige Menschen oder Palliativ-Patienten) bis hin zum Pflegeheim. Interessant für die Nachbarn aus dem Stadtteil: Wer lieber zu Hause leben möchte, kann bei Bedarf den Mittagstisch, den ambulanten Pflegedienst, die Kurzzeit- oder Tagespflege in Anspruch nehmen.

Einleben im Altenheim

Noch nie gab es so viele alte Menschen wie heute, noch nie so viele, die sich bei guter Gesundheit viel jünger fühlen, als sie sind, und auch so aussehen. Doch vor Schicksalsschlägen ist niemand sicher. So war es auch bei Ingrid Wild. Die heute 77-Jährige lebte zusammen mit Ehemann Jürgen in einem Haus mit Garten in Wilhelmshaven. Gemeinsam reiste das Paar in der ganzen Welt herum. Seit dem Tod ihres Mannes vor sechs Jahren hat die Witwe das große Haus an der Nordsee allein bewirtschaftet und sich im Sportstudio sowie beim Klavierspielen fit gehalten. Doch vor einem halben Jahr geriet ihr geordnetes Leben aufgrund eines Schlaganfalls aus den Fugen. Nach dem Krankenhausaufenthalt war sie sechs Wochen in einer Rehaklinik und musste alles wieder neu erlernen – wie das Sprechen und Laufen.