Wohnen im Alter - Maria Höveler lebt in einer Wohngruppe im Altenheim
Vor 25 Jahren wagte Maria Höveler einen Neuanfang und zog zu ihrer Cousine ins Betreute Wohnen. Seit damals hat die ehemalige Sekretärin viel unternommen: „Ich war mit dem Auto unterwegs und habe schöne Urlaubsreisen nach Kreta und Teneriffa machen können.“ Doch vor drei Jahren hat die heute 93-Jährige lernen müssen, dass sich der Bewegungsradius stark einschränkt, wenn man krank wird.
„Ich bin gestürzt und hatte einen Oberschenkelhalsbruch. Es ist zwar alles gut verheilt, doch meine Beine wollen nicht mehr so wie früher.“ Die leidenschaftliche Autofahrerin musste ihren geliebten Wagen verkaufen und traut sich Bahn- und Flugreisen nicht mehr zu. „Ich habe Angst, bei den Menschenmassen geschubst zu werden.“
Mit zunehmendem Alter reduziert sich das Leben immer mehr auf die eigenen vier Wände. Maria Höveler ist inzwischen in den Altenheimteil ihrer Seniorenwohnanlage umgezogen. „Ich koche nicht mehr und bin froh, dass ich in meinem Appartement Hilfe habe. Wenn mir zum Beispiel nachts schwindelig wird, ist sofort jemand zur Stelle.“ Die Cousine ist ebenfalls umgezogen und wohnt im Appartement nebenan, und so treffen sich die beiden Damen nachmittags, um zu klönen oder eine Runde Kniffel zu spielen.
Der Wohngruppenraum mit großer Küche, Essecke, Klavier und gemütlicher Sitzecke ist für viele Bewohner der Lebensmittelpunkt geworden. Hier trifft man sich, trinkt zusammen Kaffee, kocht gemeinsam oder liest in der Zeitung. Das ist eine Gemeinschaft, die sich viele alleinlebende Senioren wünschen, denen in ihrer vertrauten Häuslichkeit mitunter die Decke auf den Kopf fällt. Die unterschiedlichen Wohngruppen in den Altenheimen – ob nun für Demenzkranke oder für die ausdrücklich nicht-pflegebedürftigen Senioren, die eine neue Gemeinschaft suchen – sind eine Möglichkeit, altersgerecht zu wohnen. Wer so ein Haus einmal unvoreingenommen kennen lernen möchte, wird erstaunt sein, welche Wohnformen es für die ältere Generation gibt.
