Wohnen im Alter

Große Familie mit Haustieren

„Das Zusammenleben mit Tieren bewirkt bisweilen kleine Wunder“, berichtet Pflegedienstleiterin Iwona Erm aus ihrem Alltag im Haus Volksdorf (Hamburg-Volksdorf). Etwa die Hälfte der Bewohner hatte schon mal einen Hund. Die Menschen reagieren ausgesprochen positiv auf Zwergschnauzer Mona, Hauskatze Lilly, Wellensittich Angela sowie die beiden Kaninchen Joshi und Henry.

Umzug in eine Seniorenwohnung

Über 20 Jahre hat das Ehepaar Prien in Bad Segeberg gelebt. „Es war eine schöne Zeit am Ihlsee“, sagt Marianne Prien ohne Wehmut. Die pensionierte Lehrerin und der Diplom-Ingenieur hatten ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn, aber viele von ihnen sind inzwischen verstorben oder weggezogen. „Außerdem wurde mir die Arbeit auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück zu viel“, erklärt Ehemann Johann die Motivation für den Umzug nach Hamburg in eine Seniorenwohnung.

Berufsaufstieg im Altenheim

Viele Schüler haben auch nach dem Schulabschluss nur eine vage Vorstellung davon, welche berufliche Richtung sie einschlagen sollen. So war es auch bei Juliane Holtz, die sich zunächst nicht zwischen einer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau oder zur Altenpflegerin entscheiden konnte. Erschwerend kam hinzu – man mag es kaum glauben –, dass es vor elf Jahren für die Realschulabsolventin zunächst keinen Ausbildungsplatz im Altenheim gab, lediglich ein Freiwilliges Soziales Jahr wurde ihr angeboten. In dieser Zeit reifte der Entschluss, Altenpflegerin zu werden. So zog Juliane Holtz, die in Freest in der Nähe von Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) aufwuchs, nach Hamburg: ein Neuanfang mit einem Ausbildungsvertrag in der Tasche und einer kleinen Wohnung, aber weit weg von der Familie.

Hohe Kompetenz bei der Pflege

Die Altersmedizin hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Ein Oberschenkelhalsbruch kann innerhalb von 40 Minuten operiert werden, nach spätestens 14 Tagen werden die Patienten in die Reha überwiesen. Wer danach zunächst in der Kurzzeitpflege oder im Altenheim wieder auf die Beine kommen will, erfährt breite Unterstützung. Die Pflegerin ist bei der Körperpflege behilflich. Der Physiotherapeut trainiert die Muskulatur, damit die Patienten wieder sitzen, stehen und laufen können. Hinzukommt das Kraft-Balance-Training in der Gruppe. Der Koch sorgt durch hoch kalorische Mahlzeiten dafür, dass die Menschen wieder zu Kräften kommen. Und nicht zuletzt sorgt der Wundtherapeut dafür, dass die Wunde heilt. Ein fein abgestimmtes Programm mit vielen helfenden Händen.

Der Umzug ins Altenheim

Der Umzug in ein Altenheim bedeutet oft eine enorme Umstellung. Neue Wege innerhalb des Hauses, neue Gesichter und ungewohnte Abläufe. Doch die Menschen haben auch ihre vertraute Häuslichkeit verlassen. Sie haben womöglich einen Klinikaufenthalt hinter sich und mussten alle Kraft aufbringen, um bei der Therapie mitzuarbeiten. Es braucht Zeit, um in einer Pflegeeinrichtung anzukommen.

Backen in der Adventszeit

Gisela Czernitzki-Leyk war eine berufstätige Mutter. Vier Kinder hat die 81-Jährige gemeinsam mit Ehemann Hannes-Siegfried (86) großgezogen und als staatlich geprüfte Masseurin und Bademeisterin gearbeitet. „Ich habe deshalb noch nie in meinem Leben Kekse gebacken“, erzählt sie. Dazu kommt das Ehepaar erst heute in der Tagespflege „Tagwerk“ (Bramfeld) der Frank Wagner Holding.

Wohngemeinschaften in Berlin

Die Mutter aller Wohngemeinschaften, die Kommune 1, wurde im Januar 1967 in West-Berlin gegründet. Vieles, was damals im Rahmen der außerparlamentarischen Opposition ausprobiert worden ist, hat sich überlebt. Doch das alternative Wohnen hat sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt. Ob heute Studenten aus wirtschaftlichen Gründen zusammenleben oder Senioren mit Gleichgesinnten in eine WG ziehen – die Idee vom selbstbestimmten Leben hat sich durchgesetzt. In Berlin gibt es seit vielen Jahren Senioren-Wohngemeinschaften. Hier leben pflegebedürftige, zum großen Teil auch an Demenz erkrankte Bewohner, die eine Alternative zum Pflegeheim gefunden haben.

Zurück in die Heimat ziehen

Manchmal muss man die vertraute Umgebung verlassen und in einem anderen Bundesland die Zelte neu aufschlagen. Wenn sich die Umstände im Laufe des Lebens dann wieder ändern, zieht es die Menschen oft zurück in die Heimat. So ging es auch Ingrid Gutschmidt. Vor über 20 Jahren musste ihr Ehemann beruflich nach Baden-Württemberg ziehen. Schweren Herzens gab Ingrid Gutschmidt ihren Beruf auf und so hat das Ehepaar in Eberbach am Neckar neu angefangen. „Wir hatten eine gute Zeit und haben Wurzeln geschlagen“, erinnert sich die 77-Jährige.

Karriere im Altenheim

Bei seiner Berufswahl vor etwa 15 Jahren hatte sich Luis Rulle jemanden gewünscht, der ihn an die Hand nimmt und ihm sagt, welche Richtung er einschlagen soll. „Doch letztlich musste ich das selbst herausfinden“, erinnert sich der heute 34-Jährige. Und so standen Grafik, Design, Jura und Architektur auf der Liste möglicher Berufe.