Dementenbetreuung im Altenheim - Die heilende Kraft der Musik

Wenn für eine Familie die Betreuung eines demenzkranken Angehörigen zu schwierig wird, bleibt oft nur noch der Umzug in ein Altenheim. Doch welche Aktivitäten werden dort für die Bewohner angeboten, damit sie wieder Freude am Leben haben? Einen wichtigen Beitrag leisten zum Beispiel die Musiktherapeuten. Einer von ihnen ist Felix Metzner. Der Musikwissenschaftler und Theologe entführt die Menschen stundenweise in die Welt der Musik und Klänge.

Woher kommen die Klänge aus dem Klavier? Bei Felix Metzner können die Senioren es selbst herausfinden.

„Gemeinsame musikalische Erlebnisse machen glücklich“, beschreibt der 26-Jährige seine Arbeit. „Wir können Gefühle herauslassen, die sich angestaut haben. Mal werden wir lauter, mal besinnlich oder sogar sentimental.“ Verführerischen Rhythmen kann sich kaum jemand entziehen. Der Fuß wippt mit, die Finger bewegen sich im Takt – ein Beleg für die direkte Verbindung zwischen Hör- und Bewegungszentrum. Musik aktiviert jedes Areal im Gehirn – im Gegensatz zum gesprochenen Wort, das nur im Sprachzentrum verarbeitet wird. Dabei muss man nicht meisterhaft singen können. Das pure, bewusste Lauschen von Klängen oder lockeres Musizieren verbessern die Stimmung deutlich. Diese therapeutischen Erfolge sind bei leichten bis mittelschweren Depressionen genauso zu beobachten wie eine signifikante Verbesserung vieler Symptome der Demenz. Zahlreiche Studien belegt das.

Den Spaß an seinem Beruf beschreibt Felix Metzner folgendermaßen: „Ich habe kein fertiges Programm, sondern kann auf den Emotionen mitschwimmen und mich von Lied zu Lied treiben lassen.“ Für ein wenig Sicherheit und Stabilität sorgen dabei die vertrauten Eckpfeiler: Es beginnt immer mit „Auf der Lüneburger Heide“ und endet mit „Auf Wiedersehen“.