Yoga im Altenheim

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko zu stürzen und dabei einen Knochenbruch zu erleiden. Je älter der Mensch wird, umso schneller baut die Muskulatur ab, die Zellstruktur der Knochen wird schwächer (Osteoporose) und auch der Gleichgewichtssinn nimmt ab. Doch durch Bewegung können Senioren gegensteuern. In vielen Altenheimen gibt es zahlreiche Freizeitangebote – von Yoga über Gymnastik bis Qigong. Regelmäßige und moderate Bewegung ist die beste Vorbeugung, um beweglich zu bleiben.

Kerstin Steinhardt zeigt Regina Immig eine Seitwärtsbewegung, die den Oberkörper und die Rumpfmuskulatur dehnt.

Regina Immig ist vor knapp drei Jahren in eine Seniorenwohnung im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel) gezogen, nachdem ihr Mann 2014 gestorben war. Heute freut sich die 85-Jährige, dass sie von Heimfeld in die nähere Umgebung ihrer drei Söhne gezogen ist, die im Norden und Osten Hamburgs leben. „Regelmäßige Bewegung ist für mich ganz besonders wichtig“, betont Frau Immig. „Nach einer Stunde Yoga fühle ich mich erholt und frei von Verspannungen, darüber hinaus fördern die Übungen meine innere Ruhe“, sagt sie.

Kerstin Steinhardt leitet mehrere Yogagruppen in verschiedenen Altenheimen. Die 54-Jährige hat sich auf Yoga für Senioren spezialisiert. Die Übungen finden größtenteils im Sitzen statt, damit keiner der Teilnehmer hinfällt. Lediglich am Ende der Stunde gibt es eine einfache Übung im Stehen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. „Beweglichkeit und Kraft sollen erhalten bleiben, das ist die beste Vorbeugung gegen Versteifungen des Bewegungsapparats. Dabei werden Konzentration und Koordination geübt, danach setzt automatisch ein Entspannungseffekt ein“, meint Kerstin Steinhardt. Yoga kann zu einem besseren Schlaf beitragen und bei Schulter-, Nacken- oder Rückenbeschwerden zu einer Schmerzlinderung führen. „Auch im hohen Alter kann sich die Beweglichkeit verbessern“, ermutigt die Yoga-Trainerin. Dieses Argument kann Regina Immig nur bestätigen. Sie sagt: „Ohne Stuhlyoga würde mir etwas fehlen und ich wäre richtig traurig! Neben dem sportlichen Aspekt ist für mich auch die Geselligkeit sehr wichtig. In meiner Gruppe fühle ich mich ausgesprochen wohl, dort erlebe ich so viel Freude!“