Seniorinnen als Einlaufkids

Was den Knirpsen recht ist, sollte der älteren Generation nur billig sein. Wie die Kinder an jedem zweiten Samstag gemeinsam mit den Bundesligastars im Volkspark, liefen im Rahmen des Charity-Fußballturniers „Bolzerei 2“ die Senioren im Schanzenpark gemeinsam mit den Spielern auf das Feld. Seite an Seite mit Schauspieler Peter Lohmeyer, den ehemaligen Hamburger Fußballgrößen Stefan Schnoor, Sergej Barbarez (beide HSV) und Fabian Boll (St. Pauli) sowie den Entertainern Elton und Oliver Petszokat kamen die Senioren ganz auf ihre Kosten. Zudem sorgte TV-Koch Tim Mälzer als Maskottchen am Rand des Geschehens für jede Menge gute Laune. Mälzer hatte den Charity-Kick organisiert und seine „Bullerei Allstars“ gegen die „Placebo Kickers“, eine Mannschaft aus Ärzten, auf das Feld geschickt.

Senioren müssen nicht auf der Ersatzbank sitzen. Beim Fußballturnier waren die Einlaufsenioren ein echter Hingucker.

Stolz und große Freude spiegelte sich in den Gesichtern der Senioren wider, als sie mit den kickenden Promis auf das Spielfeld liefen. Anschließend feuerten sie über die gesamten 90 Minuten die Mannschaften von der „Seniorenlounge“ aus an. Am Ende konnte ein 4:2 der Mälzer-Truppe bejubelt werden, doch das Ergebnis spielte an diesem Nachmittag nur eine untergeordnete Rolle. Der Erlös des Festes ging an den Kinderschutzbund und an clubkinder e.V.

Die Idee der „Einlaufsenioren“ stammt von clubkinder e.V., ein Verein, der sich für die soziale Integration älterer Menschen einsetzt. Im Rahmen der Aktion „Alte & Coole“, die der Verein ins Leben gerufen hat und in der Mannschaftssport nicht nur für körperliche Ertüchtigung, sondern auch für Gemeinschaftsgeist steht, wurde das Projekt der Einlaufsenioren umgesetzt.

Fünf reifere Damen wurden über die Hartwig-Hesse-Stiftung (Hamburg-Rissen) auf die Einlaufaktion aufmerksam. „Als bei uns in der Wohnanlage der Aufruf gestartet wurde, habe ich mich sofort gemeldet“, berichtete Monika Rössig (75). Den Spaß wollte sich die rüstige Seniorin nicht entgehen lassen. Und auch die 73-jährige Helga Gustafson zeigte sich begeistert: „Nur schade, dass dieser Nachmittag viel zu kurz war.“ Ein Platz bei der nächsten Bolzerei im kommenden Jahr ist schon fest eingeplant.