Gewaltprävention für Senioren

Wie kann man sich im öffentlichen Raum vor einem Angriff schützen? Hans-Peter Hansen (62) ist seit zehn Jahren Fachtrainer für Gewaltprävention. In seinen Kursen zeigt er Senioren das richtige Verhalten in Gefahrensituationen. Doch Vorbeugung beginnt lange vor einem Angriff. Deshalb gibt der Sportlehrer folgende Ratschläge:

Tragen Sie bitte keine Wertsachen bei sich. In der Geldbörse sollten sich nie mehr als 30 Euro befinden. Diese Summe reicht, um eine Busfahrkarte zu kaufen und für Kaffee und Kuchen in einem Café. Auch die EC-Karte hat nichts im Portemonnaie verloren, sondern sollte in einer versteckten Tasche am Gürtel oder in einer innen liegenden Jackentasche verstaut werden. Darüber hinaus reicht es, Ausweis, Gesundheitskarte und Führerschein als Kopien mit sich zu führen. Außerdem: „Sollte ein Straßenräuber Ihnen die Handtasche entreißen, dann lassen einfach los“, rät Hans-Peter Hansen. Denn wenn das Opfer festhält und deshalb zu Boden geht, bricht es sich womöglich die Hüfte – und das sei keine Tasche wert.

 

Hans-Heinrich Schultz und Gewaltpräventionstrainer Hans-Peter Hansen (mit weißem Kapuzenpullover) simulieren einen Angriff.

Der pensionierte Berufsfeuerwehrmann Hans-Heinrich Schultz (68) fühlt sich beim Bahnfahren zunehmend unwohl. Er begegnet immer häufiger unangenehmen Typen, die pöbelnd durch die Züge toben. „Nicht die Schlagkraft, sondern das souveräne, selbstbewusste Auftreten des vermeintlichen Opfers und eine feste Stimme wirken abschreckend auf den Angreifer“, ermutigt Hansen. „Halten Sie sich aufrecht und schauen Sie nicht ängstlich zur Seite“, lautet eine von Hansens Lektionen an seine Kursteilnehmer, die in der Regel zwischen 60 und 80 Jahre alt sind. Am Bahnsteig sollte man mit dem Rücken vor einer Werbetafel auf den Zug warten, dann kann sich kein Angreifer von hinten anschleichen. Befinden sich im Waggon Krawallmacher, sollte man an der nächsten Haltestelle den Wagen wechseln oder notfalls auf den nächsten Zug warten. „Setzen Sie sich zu Menschen, die Ihnen vertrauensvoll erscheinen und nicht alleine in eine Ecke“, lautet ein weiterer Rat von Hansen. Nähere Infos zum Gewaltpäventionstraining für Senioren unter der Telefonnummer: 040/796 71 53 sowie im Internet unter www.wt-hphansen.de