Die dreisten Tricks bei Gewinnspielen

Wenn eine persönliche Gewinnmitteilung ins Haus flattert, werden nicht nur viele Senioren unvorsichtig.

Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg warnt vor unseriösen Gewinnspielen, hinter denen sich oft nur Verkaufsbusreisen verbergen.

Wenn man über den Jahrmarkt geht und die Verkäufer versuchen, Kunden an die Losbuden zu locken, fällt es nicht schwer, an ihnen vorbeizugehen. Wenn allerdings eine persönliche Gewinnmitteilung ins Haus flattert, werden viele Senioren unvorsichtig. Die versprochenen Gewinne reichen von Bargeld und Fernsehern über Schmucksets und Autos bis hin zu Reisen und Traumhäusern. Dahinter steckt oft eine heimtückische Täuschung. Einzulösen sind diese »wertvollen« Geschenke auf Tagesausflügen mit unbekannten Zielen, den sogenannten Kaffeefahrten. Sitzt man erstmal im Bus und ahnt den Betrug, ist es meistens zu spät. Dann hat die Fahrt zu einem abgelegenen Gasthof bereits begonnen. Dort findet meist nur eine bis zu fünfstündige Verkaufsveranstaltung statt, bei der den Besuchern völlig überteuerte Produkte mit zweifelhafter Qualität angeboten werden: Kochtopf-Sets, Matratzenauflagen und Nahrungsergänzungsmittel.

»Die Verkäufer sind rhetorisch so gewandt, dass viele vermeintliche Gewinner sich zu Käufen hinreißen lassen, die sie unter normalen Umständen nicht gemacht hätten«, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Inzwischen sind über 500 unseriöse Gewinnspielbetreiber bekannt. Die Verbraucherzentralen geben Auskunft, um welche Unternehmen es sich handelt. Neben den bereits erwähnten Gewinnbenachrichtigungen gibt es noch einige andere Hinweise, um Kaffeefahrten zu erkennen. Oft enthalten die Schreiben die Aufforderung, Freunde und Bekannte mit anzumelden, die Absender verstecken sich hinter Postfachadressen oder es werden Sponsoren vorgestellt. Am häufigsten fallen alleinstehende, einsame Senioren auf solche Lockangebote herein. »Wenn Ihnen eine Gewinnmitteilung ins Haus flattert, werfen Sie diese unbeachtet in den Papierkorb«, rät Rehberg.

Und was ist mit dem Gewinn? »Meistens bekommt man nichts von dem versprochenen Wert. Oder der angeblich gewonnene Geldbetrag wird mit einer Bestellung verrechnet«, erklärt die Verbraucherschützerin. So oder so, am Ende hat man nicht nur nichts gewonnen, sondern oft auch noch etwas gekauft, was man gar nicht braucht. Doch man muss nicht unbedingt darauf sitzen bleiben. Wer auf Rechnung oder per Nachname bestellt, kann innerhalb von 14 Tagen von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen und einfach die Waren ohne Angaben von Gründen zurückschicken. Von dem so gewonnenen Geld kann man sich dann etwas Schöneres kaufen.

Hier finden Sie die unseriösen Anbieter: www.vzhh.de