Überfälle: Die Täter wollen meist nur Bargeld - Wie können Sie sich schützen?

„Angst ist ein schlechter Ratgeber“, gibt Gudrun Bhalla von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle allen besorgten Senioren zu bedenken, die sich aus Furcht vor einem Überfall nicht auf die Straße trauen. Die Polizeihauptkommissarin beschreibt den typischen Tatablauf beim Handtaschenraub. Der Täter will Geld. Er bedroht sein Opfer nicht, sondern nähert sich von hinten oder von der Seite, nutzt den Überraschungseffekt und entreißt die Tasche.

Polizeihauptkommissarin Gudrun Bhalla demonstriert, wie ein Täter mit einem Handgriff Helga Reitmann (84) von hinten die Umhängetasche entreißen kann: „Wertsachen gehören nicht in die Handtasche!“

Zu Verletzungen kommt es dabei meist nicht. Doch einige Opfer halten krampfhaft ihre Tasche fest oder haben den Trageriemen mehrfach um das Handgelenk gewickelt. „So kommt es immer wieder zu Stürzen“, erklärt Gudrun Bhalla. „Lassen Sie los, und vermeiden Sie ein Handgemenge mit dem Täter!“ Mögliche Verletzungen stehen in keinem Verhältnis zum Wert des Tascheninhalts.
Wertsachen sollten zum Beispiel ihren festen Platz in einer Innentasche mit Reißverschluss haben. Auch Bauch- oder Gürteltaschen, die man direkt am Körper trägt, können Diebe nicht so leicht entwenden. Einen hundertprozentigen Schutz vor den zahlreichen Diebstählen gibt es nicht. „Ein guter Taschendieb bringt es auf Tageseinnahmen in Höhe von 2.500 bis 5.000 Euro“, weiß Polizeibeamtin Bhalla.
Seit Jahrzehnten ist es dieselbe Masche: Ein Täter lenkt das Opfer ab, der Komplize macht den Langfinger. Das kann jedem passieren. Doch nicht zu jedem Einkauf oder Besuch müssen größere Mengen Bargeld, Personalausweis, Führerschein, EC- oder Kreditkarten mitgeführt werden. Alles, was zu Hause bleibt, ist vor Taschendieben sicher. „Dazu muss man allerdings seine Lebensgewohnheiten umstellen und bereits beim Verlassen des Hauses überlegen, welche Wertsachen man benötigt“, erklärt Gudrun Bhalla. Auch die Polizeibeamtin selbst hatte früher immer alles in einem großen Portemonnaie dabei. Heute reicht ihr eine kleine Geldbörse, die sie in einer Innentasche der Oberbekleidung trägt.

Überfall: Wie verhalte ich mich richtig?

Die Kriminalpolizei leistet wichtige Aufklärungsarbeit für jeden und bietet Vorträge zur Überfallprävention an. Sollte doch einmal der Ernstfall eintreten, ist unbedingt der Notruf 110 zu wählen, damit die Polizei sofort Fahndungsmaßnahmen einleiten kann. Außerdem gibt es mehrere Organisationen, die Opfern nach einer Straftat behilflich sind. Nähere Informationen erhalten Sie auf jedem Polizeirevier.