Die Kripo warnt vor dem Enkeltrick – Das große Gebettel um Geld am Telefon

Der Enkeltrick beginnt am Telefon: „Hallo Oma, rate mal, wer dran ist?“ Die Opfer werden mit dieser Frage ins Gespräch verwickelt. Nachdem irgendein Name eines Familienangehörigen erraten worden ist, erzählt der falsche Enkel, dass ihm die Stadtwerke gerade Strom und Wasser abdrehen. Er redet von einem Unfall, von hohen Schulden oder vom Kauf eines Autos.

Kriminaloberkommissarin Frauke Hannes vom Landeskriminalamt für polizeiliche Kriminalprävention ist die Aufklärung rund um den Enkeltrick wichtig.

Die Geschichten variieren, aber der Ablauf ist immer derselbe: Das Opfer muss den Namen eines Angehörigen raten. Dann wird eine Notlage vorgetäuscht und um viel Bargeld gebeten. Nicht selten wird sogar noch damit gedroht, dass sich der vermeintliche Enkel oder Neffe etwas antun würde, falls ihm nicht geholfen wird. Das Geld würde „ein Freund“ des Täters abholen. Andernfalls würde die Verwechselung ja spätestens an der Wohnungstür auffallen. Die älteren Menschen werden so unter Druck gesetzt, dass sie wie hypnotisiert zur Bank laufen, um ihr Erspartes abzuheben.

Die Betrüger sind gute Schauspieler, ihre Texte eingeübt. Sie fragen, ob das Opfer gerade Besuch hat, um herauszufinden, ob es allein ist. Es wird darum gebeten, auf keinen Fall mit der Familie oder dem Mitarbeiter der Bank über den Anruf zu sprechen: „Erzähle bitte niemandem, dass ich in Schwierigkeiten stecke.“

Kriminaloberkommissarin Frauke Hannes rät, dass bei so einem Anruf alle Alarmglocken läuten sollten: „Es geht immer um eine Notlage und um hohe Geldbeträge, die noch am selben Tag benötigt werden.“ Die Tipps der Kripo lauten daher: Rufen Sie Ihren richtigen Enkel nach so einem Telefonat unter der bereits bekannten Rufnummer an. Sprechen Sie mit der Familie, einer Nachbarin oder dem Mitarbeiter der Bank über den Vorfall. Rufen Sie die Polizei unter 110 an. Nur mit Ihrer Hilfe kann den Betrügern das Handwerk gelegt werden.