Wohnen im Alter

Neustart im Service-Wohnen

Leicht ist Inge und Klaus-Günter Siebert der Umzug in eine Seniorenwohnung nicht gefallen. In dem Mehrfamilienhaus gab es zwar einen Fahrstuhl, aber die letzten sieben Stufen zur Wohnung fielen dem 87-Jährigen und seiner 81-jährigen Frau immer schwerer, auch das Schleppen der Einkaufstaschen wurde zunehmend ein Problem. Obwohl das Angebot ihrer Kinder „Zieht doch zu uns“ von Herzen kam, lehnten die Sieberts ab. „Jung und Alt unter einem Dach, das geht nicht gut“, weiß das Paar aus Erfahrungen mit den eigenen Eltern und zog stattdessen in eine Seniorenwohnanlge, ganz in der Nähe ihrer alten Wohnung.

Der Umzug ins Altenheim

Seit drei Jahren wohnt Bärbel Rückner im Haus Rixdorf. Die heute 70-Jährige hat sich gut eingelebt, fühlt sich zu Hause und genießt die Vorzüge, die dieser Umzug mit sich brachte. Leicht fiel ihr die Entscheidung nicht, ihre schöne Wohnung im grünen Stadtteil Britz aufzugeben und die vertraute Umgebung zu verlassen, in der sie ihre beiden Söhne aufwachsen sah.

„Zu Hause fühlen wir uns wohl“

50 Jahre sind sie schon verheiratet: Marianne (88) und Volker Röer aus Volksdorf. Der 84-Jährige lebt seit seiner Geburt hier, seine Frau kam nach dem Pharmaziestudium 1964 nach Hamburg. Zwei Kinder haben sie großgezogen, die inzwischen eigene Familien haben und in Berlin beziehungsweise New York leben. Gemeinsam mit seinem Schwager hatte der gelernte Farblithograf eine eigene Firma, die in der Druckvorstufe tätig war. Sein großes Hobby ist aber die Schifffahrt und deren Geschichte. Etwa 620 Schiffsmodelle hat Volker Röer in seiner Sammlung katalogisiert. Zu jedem kann er eine Geschichte erzählen und kennt deren technische Daten.

Auszeit für die Angehörigen

Hingebungsvoll kümmern sich Kinder um die Bedürfnisse ihrer älter werdenden Eltern, rund um die Uhr werden Senioren vom Ehepartner betreut. Die Pflege zu Hause ist enorm anstrengend und belastend. Da stößt eine Familie schnell an ihre Grenzen. Deshalb brauchen auch die Angehörigen zwischendurch einmal Urlaub. Die Pflegebedürftigen selbst können für diese befristete Dauer die Kurzzeitpflege eines Altenheims nutzen.

Der Umzug ins Altenheim

Das Altwerden ist nichts für Feiglinge. So hat es der verstorbene Joachim Fuchsberger auf den Punkt gebracht. Über die vielen Jahrzehnte müssen wir immer wieder Abschied nehmen und Verluste ertragen. Wer das Glück hat, 90 Jahre alt zu werden, wird damit leben müssen, dass zahlreiche Angehörige bereits verstorben sind und die eigene Gesundheit nicht mehr mitspielt.

Der Umzug ins Altenheim

Das vergangene Jahr hatte es für Hella Gairing in sich: Im Juni hatte die 82-Jährige einen Oberschenkelhalsbruch. Einige Wochen später kam ein Wirbelbruch hinzu. Es hat viel Kraft gekostet, in der Reha wieder auf die Beine zu kommen, für kurze Zeit konnte die Seniorin sogar wieder zu Hause wohnen.

„Man muss loslassen können!“

Ursprünglich hatten Marga und Harald Dolz nicht vor, in eine Seniorenresidenz zu ziehen. Das Ehepaar war über 55 Jahre verheiratet und lebte glücklich in seinem Traumhaus.

Entlastung für die Familien

„Mir war zu Hause langweilig“, erzählt Niels Neumann, der zweimal in der Woche zur Tagespflege kommt. „Ich bin schon ein bisschen vergesslich“, weiß der 76-Jährige, „und meine Frau kann sich ja auch nicht den ganzen Tag um mich kümmern.“