Der Umzug ins Altenheim

Der Umzug in ein Altenheim bedeutet oft eine enorme Umstellung. Neue Wege innerhalb des Hauses, neue Gesichter und ungewohnte Abläufe. Doch die Menschen haben auch ihre vertraute Häuslichkeit verlassen. Sie haben womöglich einen Klinikaufenthalt hinter sich und mussten alle Kraft aufbringen, um bei der Therapie mitzuarbeiten. Es braucht Zeit, um in einer Pflegeeinrichtung anzukommen.

Der Umzug in ein Altenheim bedeutet oft eine enorme Umstellung. Neue Wege innerhalb des Hauses, neue Gesichter und ungewohnte Abläufe. Doch die Menschen haben auch ihre vertraute Häuslichkeit verlassen. Sie haben womöglich einen Klinikaufenthalt hinter sich und mussten alle Kraft aufbringen, um bei der Therapie mitzuarbeiten. Es braucht Zeit, um in einer Pflegeeinrichtung anzukommen.

„Wenn ich den Talar trage, finden sich die demenzkranken Bewohner im Gottesdienst und bei den Andachten besser zurecht“, erklärt Pastor Olaf Ebert.

Etwa vier Wochen nach dem Einzug besucht Olaf Ebert die Neuankömmlinge. Der Pastor begleitet Senioren in der vertrauten Häuslichkeit genauso wie im Theodor-Fliedner-Haus (Hamburg-Bramfeld). Bei den Altenheimbewohnern freut er sich über deren Offenheit, spürt allerdings auch die Unsicherheit über die neue Lebenssituation. „Ich teile mit den Menschen ihre Erinnerungen, bin da für ein Gespräch.“ Manchmal erzählen sie wehmütig, dass sie ihre Wohnung aufgeben mussten. Aber auch Wut und Verärgerung kommen zur Sprache, wenn die Senioren gern auch weiterhin von der Familie betreut worden wären. „Ich bin in der glücklichen Lage, die Situation nicht schönreden zu müssen“, sagt der Pastor. „Ich fühle mich nicht angegriffen, wie etwa die Kinder, denen die Schuld für den Umzug ins Heim gegeben wird, und die mit ausgesprochenen oder unausgesprochenen Erwartungen konfrontiert werden.“ Am Anfang fühlt es sich für viele noch nicht gut an. Doch diese Gespräche bieten die Chance, die neue Lebenssituation für sich persönlich zu sortieren und den Kopf für einen Neuanfang freizubekommen.

Pastor Ebert lädt die Bewohner immer wieder ein, an den Aktivitäten des Hauses teilzunehmen: beim Gottesdienst, beim Singen oder an Veranstaltungen. Er freut sich darüber, dass insbesondere die meisten an Demenz erkrankten Bewohner das Vaterunser auswendig können. Das gibt jedes Mal ein Gemeinschaftsgefühl, das allen Teilnehmern guttut. Besonders freut es den Pastor, wenn er sieht, wie sich die Menschen entwickeln. Er berichtet von einer Bewohnerin, die kurz nach ihrem Einzug kontaktlos, sprachlos, hart mit sich selbst und verschlossen war. „Heute ist diese Dame fröhlich und aufgeschlossen, und ich habe das Gefühl, dass sie ihre eigene Lebensgeschichte inzwischen besser annehmen kann.“