Eine sinnvolle Aufgabe finden

Wer so lange wie möglich in der vertrauten Umgebung leben möchte, kann sich zahlreiche Dienstleistungen – vom Pflegedienst über die Fußpflege bis zur Haushaltshilfe – in das eigene Zuhause holen. Um den Rest kümmert sich in der Regel die Familie. Doch was tun, wenn es eine Ehefrau allein nicht schafft, ihren demenzkranken Mann rund um die Uhr zu beaufsichtigen? Wer kümmert sich um alleinstehende Menschen, die einsam sind? Im Rahmen des Projektes SeniorPartner bietet die Diakonie einen Besuchsdienst an – und das schon seit zehn Jahren.

Marion Rinck (Mitte) freut sich, dass sich Brigitte Gaedike und Arne Cartens seit Jahren beim ehrenamtlichen Besuchsdienst engagieren.

Arne Carstens ist einer von rund 150 Freiwilligen des Projekts. Einmal pro Woche besucht er einen demenzkranken, 78-jährigen Herrn, um mit ihm Ausflüge zu unternehmen. „Nach dem Tod meiner Frau und der anschließenden Trauerphase habe ich eine sinnvolle Aufgabe gesucht“, erzählt der ehemalige Modestylist. Ähnlich ging es Brigitte Gaedike: „Nach dem Eintritt ins Rentenalter musste ich mein Leben neu strukturieren.“ Zweimal in der Woche arbeitet die aktive Seniorin in einem Schmuckladen und einmal in der Woche besucht sie eine 99-jährige Dame. „Wir lachen viel, trinken Kaffee, sie hat viel aus ihrem Leben zu erzählen, und ich begleite sie zum Einkaufen“, beschreibt die Verkäuferin und Malerin Gaedike ihr Ehrenamt.

 Und welche Voraussetzungen sind dafür nötig? Eigentlich hat doch jeder von uns schon einmal einen Familienangehörigen zum Arzt begleitet oder ist mit der Großmutter an der Elbe spazieren gegangen. Doch Marion Rinck, die das Projekt im Hintergrund organisiert, gibt zu bedenken: „Es gibt einen großen Unterschied zur Familie – wer im Rahmen dieser Freiwilligenarbeit aktiv werden möchte, trifft zunächst auf fremde Menschen.“ Deshalb wird eine 38-stündige Basisqualifikation angeboten, um sich das nötige Rüstzeug für den Besuchsdienst zu erarbeiten. „Dazu zählt etwa das Grundwissen rund um die typischen Alterserkrankungen wie Demenz oder Depressionen. Auch der Umgang mit den Angehörigen ist ein Thema“, erklärt Marion Rinck. Es werden regelmäßige Austauschtreffen und Bildungstage angeboten. Und nicht zuletzt  gibt es eine Aufwandsentschädigung. Nähere Informationen sind unter der Nummer: 040 / 33 98 17 02 erhältlich.