Wohnen im Alter

Backen in der Adventszeit

Gisela Czernitzki-Leyk war eine berufstätige Mutter. Vier Kinder hat die 81-Jährige gemeinsam mit Ehemann Hannes-Siegfried (86) großgezogen und als staatlich geprüfte Masseurin und Bademeisterin gearbeitet. „Ich habe deshalb noch nie in meinem Leben Kekse gebacken“, erzählt sie. Dazu kommt das Ehepaar erst heute in der Tagespflege „Tagwerk“ (Bramfeld) der Frank Wagner Holding.

Wohngemeinschaften in Berlin

Die Mutter aller Wohngemeinschaften, die Kommune 1, wurde im Januar 1967 in West-Berlin gegründet. Vieles, was damals im Rahmen der außerparlamentarischen Opposition ausprobiert worden ist, hat sich überlebt. Doch das alternative Wohnen hat sich über die Jahrzehnte weiterentwickelt. Ob heute Studenten aus wirtschaftlichen Gründen zusammenleben oder Senioren mit Gleichgesinnten in eine WG ziehen – die Idee vom selbstbestimmten Leben hat sich durchgesetzt. In Berlin gibt es seit vielen Jahren Senioren-Wohngemeinschaften. Hier leben pflegebedürftige, zum großen Teil auch an Demenz erkrankte Bewohner, die eine Alternative zum Pflegeheim gefunden haben.

Zurück in die Heimat ziehen

Manchmal muss man die vertraute Umgebung verlassen und in einem anderen Bundesland die Zelte neu aufschlagen. Wenn sich die Umstände im Laufe des Lebens dann wieder ändern, zieht es die Menschen oft zurück in die Heimat. So ging es auch Ingrid Gutschmidt. Vor über 20 Jahren musste ihr Ehemann beruflich nach Baden-Württemberg ziehen. Schweren Herzens gab Ingrid Gutschmidt ihren Beruf auf und so hat das Ehepaar in Eberbach am Neckar neu angefangen. „Wir hatten eine gute Zeit und haben Wurzeln geschlagen“, erinnert sich die 77-Jährige.

Karriere im Altenheim

Bei seiner Berufswahl vor etwa 15 Jahren hatte sich Luis Rulle jemanden gewünscht, der ihn an die Hand nimmt und ihm sagt, welche Richtung er einschlagen soll. „Doch letztlich musste ich das selbst herausfinden“, erinnert sich der heute 34-Jährige. Und so standen Grafik, Design, Jura und Architektur auf der Liste möglicher Berufe.

Bäder altersgerecht gestalten

Im Bad wollen wir uns wohlfühlen, aber auch sicher bewegen können; die Ausstattung soll unseren heutigen Anforderungen entsprechen, uns aber auch noch morgen unterstützen. Dabei lässt sich schon mit kleinen Veränderungen viel verbessern: Eine Handtuchstange, auf der man sich lieber nicht abstützen sollte, lässt sich durch einen stabilen Haltegriff mit Ablage-Funktion fürs Handtuch ersetzen. Die feste Verankerung in der Wand sollte ein Profi übernehmen. Kein großer Umbau ist auch der Austausch des alten Waschbeckens gegen ein neues mit Beinfreiheit, sodass man einen Stuhl oder Hocker heranrücken kann. Noch mehr Komfort bieten Waschtische mit seitlich eingearbeiteten Mulden zum Festhalten: Solche Modelle müssen nicht wie die von der Pflegestation aussehen, sie sind auch in stilvollem Design erhältlich. Der neue Einhandmischer, wenn gewünscht mit verlängertem Bedienhebel, ist ebenfalls eine kleine Verbesserung.

Pflege nach dem Krankenhaus

„Der erste Tag im Altenheim ist für die Neuankömmlinge immer zu viel“, weiß Elisabeth Lichtenberg, Leiterin der Sozialen Betreuung im Theodor-Fliedner-Haus (Hamburg-Bramfeld), aus Erfahrung. Viele Bewohner kommen direkt nach einem Klinikaufenthalt und der anschließenden Reha in ein Altenheim, weil sie noch sehr schwach sind oder Orientierungsstörungen nach der Narkose haben. Bereits am Einzugstag ist die Pflege durch Altenpfleger und Therapeuten in Absprache mit den behandelnden Ärzten vorbereitet, sodass es in den kommenden Wochen gesundheitlich wieder bergauf gehen kann. Wer nur für wenige Wochen im Rahmen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege Unterstützung benötigt, hat das Ziel vor Augen, wieder zu Hause leben zu können. Das ist eine große Motivation, um bei der Therapie – vom Gehtraining beim Physiotherapeuten bis zum Sprechen und Schlucken beim Logopäden – mit vollem Elan mitzumachen und bis an die Grenzen zu gehen.

Karriere im Altenheim

Judith Niemann ist gelernte Krankenschwester. Sie durchlief viele Stationen in diesem Berufszweig, ist seit mehr als 15 Jahren Praxisanleiterin und damit erste Ansprechpartnerin für die Auszubildenden. „Es ist eine große Freude, mit Menschen zu arbeiten“, sagt die 39-Jährige. Und meint damit sowohl die Azubis als auch die Bewohner.

Für die Altenpflege gerüstet

An die Altenpflege werden hohe Anforderungen gestellt. Deshalb drücken viele Altenpfleger noch einmal die Schulbank, um sich weiterzubilden. Mit diesen Zusatzqualifikationen (zum Beispiel Wundversorgung oder Gerontopsychiatrie) wird die Pflege besser. Außerdem macht sich das berufliche Können auch im Portmonee bemerkbar. Aufgrund der finanziellen Anerkennung wird bei der monatlichen Lohnabrechnung in vielen Fällen die 3.000 Euro-Marke (brutto) erreicht.

Die Stimme der Bewohner

„Wir sind so etwas wie eine Gewerkschaft für Bewohner und Mieter“, sagt Gerda Petschke. Die 79-Jährige engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich im Hospital zum Heiligen Geist (Hamburg-Poppenbüttel) als Vorsitzende des Wohn- und Hausbeirats. Dieser Beirat besteht aus sieben Personen und ist für die Menschen zuständig, die sich in stationärer Pflege befinden.