Backen in der Adventszeit

Gisela Czernitzki-Leyk war eine berufstätige Mutter. Vier Kinder hat die 81-Jährige gemeinsam mit Ehemann Hannes-Siegfried (86) großgezogen und als staatlich geprüfte Masseurin und Bademeisterin gearbeitet. „Ich habe deshalb noch nie in meinem Leben Kekse gebacken“, erzählt sie. Dazu kommt das Ehepaar erst heute in der Tagespflege „Tagwerk“ (Bramfeld) der Frank Wagner Holding.

Betreuungskraft Jeanette Vogt ist Hannes-Siegfried Czernitzki dabei behilflich, den Teig durch die Plätzchenmühle zu drehen. Die selbst gebackenen Kekse bringt Gisela Czernitzki-Leyk ihrem Sohn mit.

Der Backofen ist vorgeheizt, weihnachtliche Musik erfüllt den Raum. Den Gästen ist die Vorfreude auf das Backen anzusehen. Alles ist bereits vorbereitet. Hannes-Siegfried Czernitzki dreht den Teig durch die Plätzchenmühle. Ehefrau Gisela legt die Kringel aufs Backblech. Einer der Söhne hatte den regelmäßigen Besuch in der Tagespflege vorgeschlagen, damit seine Eltern nicht vereinsamen. Hinter Gisela Czernitzki-Leyk liegt nämlich eine gesundheitlich extrem belastende Zeit: Bei einem Treppensturz hatte sie sich zwei Hals- und einen Brustwirbel sowie die rechte Hand gebrochen. Hinzukam ein weiterer Sturz bei der Reha – Oberschenkelhalsbruch. „Ich hatte vier Operationen. Das war zu viel für mich und ich bekam Depressionen. Doch jetzt geht es mir auf einmal wieder gut, weil es hier so nett ist.“

 Das Ehepaar Czernitzki lebt allein in seinem Haus und kommt zweimal in der Woche in die Tagespflege. Morgens werden die Gäste mit dem Bus abgeholt. Dann gibt es ein gemeinsames Frühstück, es werden Gymnastik, Ratespiele und Ausflüge angeboten. Nach dem Mittagessen und der Mittagsruhe gibt es Kaffee und Kuchen, bevor es gegen 16:00 Uhr wieder nach Hause geht.

 Pflegedienstleiterin Ute Willersheuser weiß aus Erfahrung, dass der regelmäßige Besuch in der Tagespflege für die Senioren zunächst ungewohnt ist. Sie können sich den Alltag vor Ort nicht vorstellen. Die meisten kommen auf Anregung ihrer Kinder. Doch bereits nach wenigen Wochen sind die Abläufe in Fleisch und Blut übergegangen und die Tagespflege hat sich bereits zum zweiten Wohnzimmer entwickelt. „Die Geselligkeit tut den Menschen gut. Da viele Senioren nicht mehr selbst kochen, können sie hier gesund zu Mittag essen. Außerdem fördern wir die Alltagsfähigkeiten, damit unsere Gäste noch lange in ihrer vertrauten Häuslichkeit leben können“, erklärt Willersheuser.