Er läuft und läuft und läuft

Horst Peisler ist ein Ausnahmesportler. Während eines Urlaubs im bayerischen Karpfinder Wald meinte seine Frau: „Du musst Sport treiben!“ Wieder in Hamburg meldete sich der 39-Jährige zum Volkslauf an. Das war im Jahr 1974. Damit nahm eine sportliche Laufbahn ihren Anfang, die den ehemaligen Personalchef im Unfallkrankenhaus Boberg bis heute tief bewegt. An 1762 Marathons (42,195 Kilometer) und Ultra-Marathons hat der heute 83-Jährige erfolgreich teilgenommen. Damit hat es der „Weltmeister im Sammeln von Marathons“ sogar bis ins Guinness Buch der Rekorde geschafft.

1762 Läufe. Das sind – verteilt auf 40 Jahre – 44 Spitzenleistungen pro Jahr. Seine beste Distanz hat Horst Peisler mit 214 Kilometern während eines 24-Stundenlaufs zurückgelegt. Bei einem 6-Tagelauf hat er seine längste Distanz von 661 Kilometern geschafft. Über 70 Länder hat der passionierte Läufer kennengelernt – u. a. Russland (Moskau), Chile (Santiago de Chile), Brasilien (Goldküste), Frankreich (La Rochelle) und Japan (Nagasaki). Ein bewegtes Leben.

Horst Peisler zeigt eine Auswahl seiner Pokale. Besonders stolz ist der passionierte Marathonläufer auf den Eintrag im Guinness Buch der Rekorde.

 Doch im Jahr 2018 gab es einen heftigen gesundheitlichen Nackenschlag für Horst Peisler: Am 18. Januar ist der Läufer auf dem Schnee ausgerutscht und gestürzt. Diagnose: Oberschenkelhalsbruch. „Ich war 55 Tage in Behandlung. Das Laufen ist mein Leben!“ Aufgeben oder weitermachen? Für einen Marathonläufer ist das keine Frage. Nach dem Krankenhausaufenthalt und der Reha meinte der Sohn, sein Vater solle doch zweimal wöchentlich die Tagespflege „Tagwerk“ (Hamburg-Bramfeld) der Frank Wagner Holding gehen, um wieder zu Kräften zu kommen. „Ich wollte das nicht, habe mich aber auf eine Probezeit von drei Monaten eingelassen“, erinnert sich Peisler. Heute sagt er: „Ich möchte hier gern bleiben.“ Ihm gefällt die Atmosphäre und mit den anderen Gästen versteht er sich. Bei der Seniorengymnastik macht er mit, um wieder fit zu werden. Außerdem läuft er schon wieder: 5,2 Kilometer mit Rollator an drei Tagen in der Woche. Horst Peisler gibt Gas, denn er weiß: „Ich brauche die Bewegung, um wieder gesund zu werden.“